taz.de -- Konflikt in Syrien: Al-Qaida-Kommandeur getötet

Ein ranghoher Führer des Extremistennetzwerks und mehrere Kämpfer sind ums Leben gekommen. Sie gehörten einem Quaida-Ableger an: der Al-Nusra-Front.

Bild: In der Provinz Idlib wurden die Kämpfer getötet. Hier: Alltagsleben jenseits davon

BEIRUT rtr/ap | Bei einem Angriff syrischer Regierungstruppen ist laut Staatsmedien ein Kommandeur eines al-Qaida-Ablegers getötet worden. Zudem seien mehrere andere Kämpfer ums Leben gekommen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana. Das in Großbritannien ansässige Observatorium für Menschenrechte bestätigte die Tötung einiger ranghoher Nusra-Front-Führer, darunter Abu Hommam al-Schami.

Unklar sei allerdings, ob das Dschihadisten-Treffen von dem US-geführten Koalition oder von der syrischen Luftwaffe ins Visier genommen worden sei. Das Schicksal von Nusra-Front-Chef Abu Mohammed al Golani, der ebenfalls in der Gegend vermutet wurde, war ebenfalls nicht bekannt.

Es sei ein schwerer Schlag für die Organisation, sagten zwei Aufständische der Nachrichtenagentur reuters. Al-Schami ist der ranghöchste Kommandeur der Nusra-Front, der während des Bürgerkrieges in Syrien getötet wurde. Drei weitere Kommandeure der Gruppe seien bei dem Angriff auf die Stadt Salkin an der Grenze zur Türkei ums Leben gekommen. Aus US-Kreisen verlautete dagegen, in den vergangenen 24 Stunde seien keine Angriffe in der Region geflogen worden.

Die Nusra-Front kämpft als Ableger des Extremistennetzwerks al-Qaida in Syrien im Bürgerkrieg gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und gegen gemäßigte Aufständische. Die Hassm, eine der letzten nicht-islamistischen Rebellengruppen, löste sich in der vergangenen Woche nach heftigen Kämpfen mit der Nusra-Front auf. Zu den Rivalen der Al-Kaida in Syrien gehört die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Gegen sie führen die USA seit Monaten Luftangriffe in Syrien und im Irak. Auch die Nusra-Front ist Ziel der Angriffe gewesen.

6 Mar 2015

TAGS

Schwerpunkt Syrien

Islamismus

Al-Nusra-Front

al-Qaida

Jemen

Flüchtlinge

Schwerpunkt Syrien

Unesco-Kulturerbe

Schwerpunkt Syrien

Asylrecht

Schwerpunkt Syrien

ARTIKEL ZUM THEMA

Gefängnis im Jemen gestürmt: Al-Qaida befreit Hunderte Gefangene

Der Jemen steht wegen des Vormarsches der schiitischen Huthi-Miliz am Rande eines Bürgerkriegs. Jetzt haben Kämpfer von al-Qaida mehr als 300 Häftlinge befreit.

Vier Jahre Bürgerkrieg in Syrien: Ein Land liegt im Dunkeln

Die Verhältnisse in Syrien sind eine „humanitäre Katastrophe der ersten Ordnung“. Hilfsorganisationen geben der Weltgemeinschaft eine Mitschuld.

Krieg in Syrien: Deutsche im Kampf gegen IS getötet

Eine deutsche Staatsbürgerin, die in der türkischen Kommunistischen Partei war, ist in Syrien gestorben. Sie kämpfte auf kurdischer Seite gegen den IS.

Weitere Verwüstung im Irak: IS zerstört Weltkulturerbe

Bagdad geht Berichten über weitere Kulturschändungen nach. Dschihadisten zerstören auch die antike Stadt Hatra. Sie steht als Weltkulturerbe auf der Unesco-Liste.

Syrische Kurden erobern Tel Chamis: Empfindliche Niederlage für IS

Ende Januar vertrieben kurdische Einheiten den IS aus Kobani. Jetzt konnten sie im Nordosten Syriens eine wichtige IS-Versorgungsroute in den Irak abschneiden.

Urteil des Bundesgerichtshofs: Schleuser müssen mit Haft rechnen

Fluchthelfer können sich nicht auf Rechte der Flüchtlinge berufen, so der BGH. Asylberechtigten von Griechenland nach Deutschland zu helfen, ist strafbar.

Bürgerkrieg in Syrien: Hunderte Christen fliehen vor dem IS

Über 220 Assyrer wurden vom IS entführt und ihr Kulturerbe zerstört. Die Islamisten liefern sich derzeit heftige Kämpfe mit kurdischen Einheiten.