taz.de -- Sparmaßnahmen in Großbritannien: Bloß nicht wie Griechenland

Mit Blick auf die Griechen kürzt Großbritannien seine Sozialausgaben und senkt die Steuern. Die Schulden dürften nicht die Kontrolle übernehmen.

Bild: An Polizisten wird nicht gespart: Schutz vor Anti-Austeritäts-Protesten am Londoner Parlament.

London rtr | Nach dem klaren Wahlsieg der Konservativen in Großbritannien hat Finanzminister George Osborne am Mittwoch seine Haushaltpläne vorgestellt, die Kürzungen bei den Ausgaben vor allem im Sozialbereich und Steuererleichterungen für Arbeitnehmer und Unternehmen vorsehen.

Mit Blick auf die Schuldenkrise in Griechenland betonte der Minister vor dem Parlament, Großbritannien gebe zu viel aus und mache zu viel Schulden. An Griechenland könne man sehen, wenn ein Land seine Schulden nicht unter Kontrolle habe, „übernehmen die Schulden die Kontrolle über das Land“.

Osborne kündigte an, soziale Leistungen für Menschen im arbeitsfähigen Alter für die nächsten vier Jahre einzufrieren. Sie seien deutlich schneller angestiegen als die Löhne. Zugleich soll der Steuerfreibetrag für Arbeitnehmer angehoben werden. Ebenfalls steigen soll der Freibetrag bei der Erbschaftssteuer für Eigenheime. Die Unternehmenssteuern sollen abgesenkt werden.

Zugleich verschob Osborne das Ziel eines ausgeglichenen Budgets um ein Jahr auf das Haushaltsjahr 2019/20. Das für 2015 zu erwartende Wirtschaftswachstum bezifferte der Minister auf 2,4 Prozent und reduzierte damit seine frühere Prognose von 2,5 Prozent.

8 Jul 2015

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