taz.de -- Kämpfe mit Taliban in Afghanistan: Armee gewinnt Kundus zurück
Nach offiziellen Angaben hat die afghanische Armee die Provinzhauptstadt Kundus weitgehend zurückerobert. Am Montag hatten Islamisten eine Offensive gestartet.
Bild: Auf dem Weg ins Zentrum von Kundus: eine afghanische Sicherheitskraft.
Kundus/Kabul dpa/afp | Regierungstruppen haben die nordafghanische Provinzhauptstadt Kundus nach offiziellen Angaben weitgehend von den Taliban zurückerobert. Nur in den Randgebieten von Kundus-Stadt hielten sich noch Aufständische auf, die bald von dort vertrieben würden, sagte der amtierende Provinzgouverneur Hamdullah Daneschi am Donnerstag.
„Im Moment können wir wegen der andauernden Operation keine Angaben zu Opferzahlen der Sicherheitskräfte machen. Aber in den Kämpfen der vergangenen drei Tage sind Hunderte Taliban getötet worden.“ Die Taliban dementierten, dass sie Kundus verloren hätten.
„Unsere Kräfte haben sich nicht zurückgezogen, wir haben die Stadt immer noch unter Kontrolle“, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Donnerstagmorgen. „Letzte Nacht sind afghanische Sicherheitskräfte gemeinsam mit Amerikanern für eine halbe Stunde in die Stadt gekommen.“ Nach schweren Gefechten hätten sich die Sicherheitskräfte wieder zurückgezogen.
Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, hatte bereits in der Nacht über Twitter mitgeteilt, Spezialkräfte kontrollierten die Stadt. „Sie wurde zurückerobert.“ Zuvor war die von den USA mit Luftschlägen unterstützte Gegenoffensive der Regierung wirkungslos gewesen.
Nach Angaben von Sicherheitsvertretern hatten die Taliban Kundus während des muslimischen Opferfests Eid al-Adha langsam infiltriert und dann einen Überraschungsangriff von innen heraus gestartet. So hätten die Taliban Kundus [1][am Montag] binnen weniger Stunden einnehmen können. Die Offensive der Islamisten hatte nach UN-Angaben bis zu 6000 Zivilisten in die Flucht getrieben.
Kundus war die erste Provinzhauptstadt, die seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 von den Aufständischen erobert wurde.
1 Oct 2015
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