taz.de -- EMtaz: Der Tag: Gereifte Italiener, gealterte Spanier
Feels like it's 2012. Spanien und Italien verhandeln das EM-Finale von vor vier Jahren neu. Und England Àrgert sich mit dem letzten Kampfzwerg rum.
Bild: War vor vier Jahren immer schneller am Ball: Spanier Fabregas gegen Italiener Chiellini
Was geht heute?
Um 18 Uhr (ARD) kommt es zum Finale der Europameisterschaft â also zu dem von vor vier Jahren. FĂŒr die Blauen gab es damals gegen stĂŒrmerlos spielende Rote mit 0:4 ganz unitalienisch auf die Socken. Die Italiener sind seitdem gereift, die Spanier einfach nur Ă€lter geworden â hofft man jenseits der Alpen.
Nach Floskeln vor dem Spiel steht es jedenfalls 1:1 unentschieden: âDas wird ein sehr offenes Spiel, ein sehr schwieriges, ein sehr hartes, ein sehr anspruchsvollesâ, orakelt beispielsweise Vicente Del Bosque. âIch will nicht nach Hause fahrenâ, kontert Reisefreund Antonio Conte. Wer auch immer das Phrasen-ElfmeterschieĂen letztlich fĂŒr sich entscheidet, der Gegner im Viertelfinale heiĂt Deutschland. Und die haben mit Joachim Löw (âWir mĂŒssen noch stĂ€rker werdenâ) sogar den Floskel-Weltmeister in ihren Reihen.
Darauf treffen sich um 21 Uhr (ARD) England und Island zum Duell der Inselvölker. In beiden LĂ€ndern fanden kĂŒrzlich wichtige Abstimmungen statt. Englands Premier David Cameron hat sich nach dem eigens veranlassten und schlieĂlich verlorenen Brexit-Referendum zuhause in der Downing Street 10 eingeschlossen und packt schon mal die Umzugskisten. Island hingegen hat mit Gudni JĂłhanesson gestern einen neuen PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Der hat direkt nach der Abstimmung seine Reise zum Achtelfinale angekĂŒndigt und hat hoffentlich noch ein Ticket bekommen â von denen gab es laut Mittelfspieler Gylfi Sigurdsson nĂ€mlich zu wenige. âEs wĂ€re schön gewesen, wenn wir 10 000 bis 15 000 Tickets gehabt hĂ€tten, aber die Fans werden laut sein.â
Stimmen zum Spiel Ungarn â Belgien (0:4)
Nepszabadsag (Ungarn): âUngarn sagt bei der EM erhobenen Hauptes âAuf Wiedersehenâ. Die Leistung war bis Mitte der zweiten Halbzeit gut, doch dann trat das belgische Team sie mit FĂŒĂen.â
Magyar Nemzed (Ungarn): âDie Reise ist zu Ende. Der Gegner war erbarmungslos. Trotz des Ausscheidens feierten die Menschen in Budapest ihre elf Spieler und deren Leistung wie Sieger.â
Magyar Idök (Ungarn): Trotz der Niederlage können wir erhobenen Hauptes von der EM nach Hause kommen.
De Standaard (Belgien): âĂberwĂ€ltigend. Es gibt kein anderes Wort fĂŒr diese erste HĂ€lfte. Die einzige Frage ist: Wer wird diese Rote Teufel stoppen?â
Le Soir (Belgien): âHazard war auĂerirdisch. Belgien deklassiert Ungarn. Die Roten Teufel waren unwiderstehlich. Es war ein perfekter Abend.â
De Morgen (Belgien): âDie Roten Teufel haben in Toulouse Brennholz aus Ungarn gemacht.â
LĂ€uft bei der EMtaz:
Mesut Ăzil wollte sich dem Torreigen nicht anschlieĂen und hat seinen Elfmeter gegen die Slowakei verballert. Doch der Mittelfeldspieler braucht keine Tore, um zu glĂ€nzen. [1][Er ist der KĂŒnstler, der hinter seinem Werk zu verschwinden sucht], findet Frederic Valin.
Comedian Atze Schröder ist mit einem [2][sexistischen Wiesenhof-Spot] nur die Spitze des Eisbergs. Doch daneben leisten sich Werbeindustrie, Medien und Uefa-Regie jeden Tag einen sexistischen Fehltritt nach dem anderen. Andreas RĂŒttenauer stellt daher die Frage: [3][Ist der mĂ€nnliche Fan ein widerliches Wesen?]
Ein schnelles Elfmetertor des AuĂenseiters, aufopfernd kĂ€mpfende Iren und einen Doppelpack von Antoine Griezmann â das Achtelfinale zwischen Frankreich und Irland war nicht das Schlechteste. Taz-EM-Illustratorin Felila hat es gezeichnet â [4][âEin Spiel wie gemaltâ, in 120 Sekunden].
Noch mehr aus der taz-Bildfabrik: Auch in Venezuela, Caracas wird die EM verfolgt. Zwischen Backofen und Kaffee kochen sind echte FuĂballexperten am Werk, die meinen: [5][Deutschland spielt noch nicht am Limit].
***
Donnerstag, 23. Juni
Was geht heute?
Kurz vor 15 Uhr (ZDF) ertönt wieder die Marseillaise, jene blutrĂŒnstige Hymne mit der Gastgeber Frankreich diesmal die Iren vom (FuĂball-)Schlachtfeld in Lyon vertreiben will. Coach Didier Deschamps setzt dabei auf seine Bestbesetzung: KantĂ©, Matuidi, Payet sowie Giroud ersetzen Cabaye, Sissoko, Coman und Gignac. Man darf sich sicher sein: Auch die vier Letztgenannten wĂ€ren bei den Iren allesamt Kandidaten fĂŒr die Wahl zum irischen FuĂballer des Jahrhunderts. Mehr gibt's hinsichtlich der Rollenverteilung nicht zu sagen.
Deutschland trifft am Sonntag (18:00 ARD) im Achtelfinale auf die Slowakei. Dabei handelt es sich um einen handelsĂŒblichen FuĂballzwerg. Dachte man jedenfalls bis vor einem Monat, als die Slowakei ein Testspiel gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland bestritt. Nur leider entpuppten sich die Spieler aus Osteuropa als fiese streitaxtschwingende Kampfzwerge. 1:3 unterlagen die Deutschen. Bei noch schlechterem Wetter als dem Fritz Walter seins versauten die Slowaken der Nationalmannschaft so den EM-Test. In einem Heimspiel.
Das UnterschĂ€tzen des Gegners ist heute also strengstens verboten. Und, Moment, Achtelfinale gegen einen Underdog bei einem groĂen Turnier? Da klingelt doch was. Richtig: Bei der WM 2014 befand sich Deutschland am Rande einer Niederlage gegen Algerien.
In groĂen Teilen ist es Manuel Neuer zu verdanken, dass die Deutschen in der VerlĂ€ngerung endlich das 1:0 erzielen durften. Fast wĂ€ren sie in der regulĂ€ren Spielzeit nach GroĂchancen des FuĂballzwergs herausgeflogen. [6][Wenigstens ein ZDF-Reporter und Per Mertesacker werden sich noch erinnern]. Gegen die Slowaken dĂŒrfte es Ă€hnlich unangenehm werden. Sie sind auf dem FuĂballplatz nicht gerade fĂŒr gute Manieren und zurĂŒckhaltende Freundlichkeit bekannt.
Alleine Liverpool-Innenverteidiger Martin Skrtel sieht so aus, als wĂ€re er FreigĂ€nger. Den deutschen StĂŒrmer Mario Gomez schreckt das allerdings nicht: Schon gegen Nordirland hatte er es laut eigener Aussage mit âzwei Ochsenâ in der Innenverteidigung zu tun. Angesprochen auf die Raubeinigkeit der Slowaken sagte Gomez aber: [7][âSkrtel sieht nur so hart aus.â]
DFB-Co-Trainer Thomas Schneider steht nach dem Spiel hoffentlich mit Eistonnen bereit. Wer wissen will, wie Deutschlands taktische Ausrichtung gegen die Slowaken aussieht, muss sich [8][an die Lippen unseres FuĂball-Experten Sid Meyer heften].
Ab 21 Uhr (ZDF) rĂŒckt das Stade Municipal in Toulouse in den EM-Fokus. Dort könnte mit Belgien ein weiterer gar nicht mehr so geheimer Geheimtipp allen Tippern wertvolle Punkte kosten. Gegner sind schlieĂlich die unbequemen Ungarn. Der einzige charmante Typ im Orban-Land trĂ€gt seit Geburt an Jogginghose und heiĂt Gabor Kiraly. Der Torwartopa will die de Bruynes, Hazards und Lukakus zur Verzweiflung treiben.
LĂ€uft bei der #EMtaz
GroĂer Schlandtag in der taz. Aus dem proppenvollen FuĂball-Konferenzraum, ĂŒbrigens luxuriös mit einem wunderbaren KĂŒhlschrank (darin tatsĂ€chlich: eisgekĂŒhlte Bierflaschen) ausgestattet, wird live getickert. Das ganze Ballyhoo im Vorfeld hat taz-Frankreichfahrer Johannes Kopp treffend zusammengefasst. Am Ende kommt auch er nicht umhin, Mario Götzes Rolle zu hinterfragen. Er stellt dabei fest: [9][Wertverlust der Marke G.]
Die ersten drei Achtelfinalspiele waren ziemlich enttÀuschend. [10][Warum es Polen, Waliser und vor allem Portugiesen dennoch verdient haben, im Viertelfinale zu stehen], erklÀrt David Joram.
Wie der slowakische Sieg tatsÀchlich zustande kommt, erklÀrt Sid Meyer. Seine Taktikanalyse sollte sich Jogi Löw besser noch anschauen. Es ist seine letzte Chance, dem mehligen Schicksal zu entgehen.
***
Donnerstag, 23. Juni
Was geht heute? Staubsaugen, Wohnung aufrĂ€umen, durchwischen und endlich mal frĂŒh ins Bett und ausschlafen. Die erste kleine Pause im Turniermodus eröffnet die Möglichkeit, sich endlich wieder am wirklichen (sozialen?) Leben zu beteiligen. Gespielt wird erst am Samstag wieder. Dann kommt allerdings schon das geballte Achtelfinale mit acht K.o.-Spielen in drei Tagen. Was man sonst noch so tun kann, verraten die taz-EM-Experten in [11][dieser Bildergalerie (saufen, lesen, shoppenâŠ)].
Die schönsten Phrasen der Vorrunde
â Ronaldo lĂ€sst die Muskeln spielen
â Der zweite Anzug der Ungarn sitzt
â Spaniens Trainer del Bosque hat keine weiĂe Weste mehr
â Die deutsche Mannschaft sucht nach einem SchlĂŒssel fĂŒr die Mannschaft
â Jeder Spieler dampft
â Sie fahnden nach einem Loch
â Mustafi bringt Deutschland in die Spur
â Robson-Kanu wollte sich und seiner Nation beweisen, dass er auch als Einwechselspieler der Partie den Stempel aufdrĂŒcken konnte
â Schweinsteigers Stunde schlĂ€gt noch nicht
â Der umtriebige Payet
â Der Favorit schob sich die Kugel hin und her
â Frankreich schaltete einen Gang hoch
â Das engmaschige Netz
â Gedanklich in der Kabine
â Am DrĂŒcker bleiben
â Der FĂŒhrungstreffer gab den Drachen Auftrieb
â Nach vorne keine BĂ€ume ausreiĂen
â Vereinzelte Nadelstiche setzen
â Paukenschlag in der Nachspielzeit
â Die Slowaken bekamen etwas Oberwasser
(Gehört bei ARD und ZDF, gelesen auf kicker.de)
LĂ€uft bei der EMtaz:
Die TĂŒrken durften am Fernseher zusehen, wie sie aus dem Turnier herausflogen. Schuld daran ist Michel Platini, sein komplizierter Turniermodus und natĂŒrlich die Italiener, die nur mit der B-Elf aufliefen. Ronny MĂŒller fordert: [12][Lasst doch das Los entscheiden!]
FĂŒr die [13][Videoserie âDas sagt der Wirtâ] geht die EMtaz an die Orte, wo Menschen gemeinsam FuĂballschauen. Nach einem [14][französischen Restaurant] und einem [15][Irish Pub] ist diesmal ein [16][SpĂ€tkauf in Berlin-Kreuzberg] dran. Inhaber Salih Hekimoglu war frĂŒher kurdischer Politiker, heute betreibt er den SpĂ€ti. Der Vermieter möchte ihn jedoch gerne dort herausschmeiĂen. Im Kiez formiert sich dagegen jedoch Widerstand. Die EMtaz war dort, um mit ihm zu sprechen und mit seinen GĂ€sten ein Spiel auf der StraĂe zu schauen.
AuĂerdem hat EMtaz-Korrespondent Johannes Kopp das Spiel des neuen Lieblingsverteidiger der Deutschen portrĂ€tiert: [17][Joshua Kimmich]. Chef-Reporter Peter Unfried analysiert den Umgang mit den groĂen Stars des EM. Der neue Star, so seins These, muss Kunsthandwerker und Teil einer Solidargemeinschaft zugleich sein. NatĂŒrlich bleiben sie dabei auch ProjektionsflĂ€chen fĂŒr [18][Feuchte TrĂ€ume mit Zlatan].
***
Dienstag, 22. Juni
Was geht heute? Um 18 Uhr beginnt die letzte Runde der Gruppenphase. Zuerst fĂ€llt in der Gruppe F die Entscheidung, welche Teams weiterkommen. Ab 21 Uhr beschlieĂen die Teams aus Gruppe E den 3. Spieltag.
In der Gruppe F trifft Portugal (2 Punkte) auf TabellenfĂŒhrer Ungarn (4). Die Magyaren mit Co-Trainer Andreas Möller sind bereits weiter â ganz egal, was passiert. Portugal benötigt mindestens einen Punkt fĂŒr die nĂ€chste Runde.
Im zweiten Gruppenspiel stehen sich Island (2) und Ăsterreich (1) gegenĂŒber. Eine der beiden Mannschaften wird ausscheiden! WĂ€hrend Ăsterreich unbedingt drei Punkte braucht, reicht Island bereits einer.
Das erste 21-Uhr-Spiel wird zwischen Schweden und Belgien angepfiffen. Belgien steht mit drei Punkten hinter Italien (6). Um das Achtelfinale zu sichern, reicht ein Remis. FĂŒr Schweden steht fest: Sie mĂŒssen jetzt gewinnen. Sonst war's das â fĂŒr [19][Uns Zlatan] dann auch endgĂŒltig in der Nationalelf.
Im anderen 21-Uhr-Spiel spielen Italien und Irland gegeneinander. Irland benötigt unbedingt einen Sieg, Italien ist schon Gruppensieger. Italiens Trainer Conte kĂŒndigte an: âWir möchten unbedingt neun Punkte.â Irland hat trotzdem eine gute Chance gegen Italien, da wohl einige StammkrĂ€fte geschont werden dĂŒrften.
Die Pressestimmen zum Spiel Spanien â Kroatien (1:2)
Jutarnji (Kroatien): Das Wunder von Bordeaux. Kroatien spielte ein Match fĂŒr die Geschichte. Ein Land in Trance.
Vecernji: PhÀnomenales Kroatien.
tportal: Das tapfere Kroatien hat die mÀchtigen Spanier schockiert.
Marca (Spanien): Eine verdiente Niederlage schickt Spanien auf den schwierigen Weg: die Strecke der Meister.
El PaĂs: Spanien vernimmt den Klang von Peitschenhieben.
Super Deporte: Mamma mĂa
Gazetta dello Sport (Italien): Mamma, La Spagna!
Corriere dello Sport: Wenn wir Spanien schlagen, wartet im Viertelfinale wahrscheinlich Deutschland. Erst der Europameister, dann der Weltmeister, wir sind Gruppenerster und werden bestraft.
LĂ€uft bei der EMtaz
Sehen wir heute den letzte Auftritt von Zlatan Ibrahimovic? Man mag es sich nicht vorstellen. Die taz wĂŒrdigt den AusnahmefuĂballer sicherheitshalber trotzdem â bevor es zu spĂ€t ist. Doris Akrap entdeckt [20][Ibra, den Bosnier]. JĂŒrn Kruse meint, der bosnische Schwede (schwedische Bosnier?) sei eine Art Anti-Götze, ein flegelhafter StraĂenfuĂballer, der notorisch pöbelt, unverblĂŒmt egoistisch ist und in geradezu epischer Weise ĂŒberheblich. Trotzdem mögen alle [21][Uns Zlatan].
WĂ€hrend die veremeintlichen Superstars bei dieser EM auĂer PfostenschĂŒssen vom Elfmeterpunkt eher wenig zustande gebracht haben, ĂŒberraschen die kleinen FuĂballnationen mit ihren Abwehrbollwerken umso mehr. Gut möglich, dass der Europameister bald Island heiĂt. Hat auch mit [22][Kroatiens 2:1 gegen Spanien] und dem daraus resultierenden [23][Todesturnierzweig] zu tun.
Ein Spiel wie gemalt war das der deutschen Elf gegen Nordirland nicht (das hÀtte man ab einem 10:0 sagen können). [24][Das Spiel gemalt] hat Felila trotzdem.
Wem drĂŒcken die bei der EM nicht existenten Kirgisen eigentlich die Daumen. [25][Die taz hat sich mal in Bishkek umgehört] â und wĂ€hrend des Mini-Public-Viewings zum Spiel Russland gegen England interessane Antworten erhalten.
***
Dienstag, 21 Juni
Was geht heute? Um 18 Uhr beginnt der SpaĂ, unter anderem mit dem Spiel zwischen Deutschland und Nordirland (natĂŒrlich im taz-Liveticker). Ab 21 Uhr geht's munter weiter mit der Gruppe D.
In der Gruppe C ist Deutschland mit vier Punkten TabellenfĂŒhrer. Soll so bleiben, wenn's nach Jogi Löw geht. Gegen Nordirland lĂ€uft alles auf ein Ă€hnliches Spiel wie gegen Polen hinaus. Die Nordiren benötigen genau einen Punkt fĂŒrs Weiterkommen. Den wollen sie mit einem 0:0 ermauern.
Im anderen 18-Uhr-Spiel stehen sich Ukraine und Polen gegenĂŒber. Vielleicht brauchen die Ukrainer wieder Andriy Shevchenko, aktuell Co-Trainer des Teams, auf dem Platz, damit es beim nĂ€chsten Mal besser lĂ€uft. In diesem Turnier steht das Aus bereits fest. Polen spekuliert deshalb auf eine demoralisierte ukrainische Elf; ein hoher Sieg könnte fĂŒr Platz eins in der Gruppe reichen.
Im ersten 21-Uhr-Spiel trifft Kroatien auf Spanien. Der Titelverteidiger ist bereits durch, hat beide Spiele souverÀn gewonnen. Kroatien (4 Punkte) reicht schon ein ZÀhler, um das Achtelfinal-Ticket ebenfalls zu buchen. Spannender als der Spielausgang ist die Frage, was auf den RÀngen passiert? Vor allem die kroatischen Krawallmacher stehen unter Beobachtung.
Das zweite Gruppenspiel wird zeitgleich zwischen Tschechien und der TĂŒrkei angepfiffen. Die TĂŒrkei ist eine der schlechtesten Mannschaften dieses Turniers â und trotzdem gibtâs noch die Chance aufs Weiterkommen. Dazu wĂ€re aber ein hoher Erfolg gegen Tschechien wichtig. Die wiederum haben auch nur einen Punkt und brauchen einen Sieg genau so nötig.
Stimmen zum Spiel Slowakei â England (0:0)
Novy Cas (Slowakei): GroĂer Kampf unserer Jungs: Wir haben England ein Unentschieden abgetrotzt.
Plus Jeden Den: Der Preis fĂŒr den harten Kampf gegen England winkt: Die Slowaken klopfen an die TĂŒr zum Achtelfinale.
The Guardian (England): Hodgsons Zockorei kommt England teuer zu stehen. Es reicht nur fĂŒr den zweiten Platz. Die sechs Ănderungen von Hodgson haben sich nicht ausgezahlt.
The Telegraph: Wie kann es die Slowakei schaffen, England zu frustrieren? Und warum hat Roy Hodgson Wayne Rooney auf die Bank gesetzt?
Mirror: Bales Rache! Wales besiegt Russland und setzt sich an die Spitze der Gruppe B, wĂ€hrend England Zweiter wird â aufgehalten von der Slowakei.
The Sun: Nur die zweite Geige! Roy Hodgson hat sich verzockt. Die Three Lions mĂŒssen sich mit dem zweiten Platz in der Gruppe begnĂŒgen, weil die mangelhafte Chancenverwertung die Mannschaft auch trotz der totalen Dominanz weiter verfolgt.
Stimmen zum Spiel Russland â Wales (0:3)
South Wales Argus (Wales): Wales reiĂt Russland in Fetzen. GroĂbritannien geht noch in dieser Woche an die Wahlurne, aber Wales zeigte keine Anzeichen, Europa in absehbarer Zeit verlassen zu wollen.
The Wrexham Leader: Unglaubliches Wales. Ein Sieg der totalen Dominanz gegen ein furchtbares Russland. Wales' groĂe Spieler haben einen fantastischen FuĂball gezeigt.
Southwest Evening Post: Wales vernichtet Russland und stĂŒrmt mit einer Vorstellung der Geschwindigkeit, Kraft und Klasse in die K.o.-Phase. Es war einfach nur groĂartig â und Englands Unentschieden gegen die Slowakei machte es nur noch besser.
LĂ€uft bei der EMtaz:
Als singender BVG-Kontrolleur wurde Akboga mit âIs mir egalâ bekannt. Zur EM spricht er ĂŒber seinen Song zum Turnier, Deutschlandflaggen und Orakeltiere. [26][Doris Akrap hat ihn interviewt.]
Der russische Rechtsextreme Shprygin taucht beim Spiel gegen Wales im Stadion auf. [27][Er treibt sein Spiel mit den französischen Sicherheitsbehörden.] Jens Uthoff hat sich die Posse genauer angeschaut.
Gegen defensive Gegner tut sich Löws Mannschaft bei dieser EM bislang schwer. Warum machen es dieselben Spieler beim FC Bayern besser? [28][Johannes Kopp kann sich vorstellen], dass die DFB-Elf mehr Experimente wagt. Sid Meyer stellt die Taktik von Nordirland [29][im Video vor.]
AuĂerdem im Bewegtbild: In ihrem Restaurant im ehemaligen französischen Besatzungsgebiet im Berliner Wedding zeigt Marie BĂ©zian FuĂball in der Landessprache. Die Deutschen hĂ€tten keine Kultur, [30][sagt die Wirtin] â zumindest, wenn es ums Essen geht.
***
Montag, 20 Juni
Was geht heute? Langes Warten ist angesagt, bis ĂŒber die TV-GerĂ€te die wichtigste Hauptsache der Welt flimmert. DafĂŒr werden ab 21 Uhr gleich zwei Spiele eröffnet, indem der Ball ganz unklassisch von einem Spieler zurĂŒckgespielt wird. Ist denn gar nichts mehr heilig, fragen sich die englischen Aus-dem-Mutterland-des-FuĂballsFuĂballfans vor dem Spiel gegen Slowenien erneut. Sportlich reicht ihrem Team ein Punkt, um mindestens als Zweiter der Gruppe B ins Achtelfinale einzuziehen. Bei einem Sieg wĂ€re die Three Lions sogar Gruppenerster â und wĂŒrden damit auch das Achtelfinal-Ticket fĂŒr Deutschland lösen. Hat mit dem neuen KO-Modus zu tun. DĂŒstere Aussicht fĂŒr Rooney und Co.
Im zweiten Spiel zwischen Wales und Russland setzen die Waliser darauf, dass England sich mit einem Remis begnĂŒgt. Prompt zögen die Insel-Gartenzwerge als Erster in die Endrunde ein, ein Sieg gegen dopende und hoolende Russen vorausgesetzt.
Der Rasen war mal wieder SchuldâŠ
⊠na klar! Trainer und Spieler haben nach dem 0:0 von Gastgeber Frankreich gegen die Schweiz den schlechten Rasen in Lille kritisiert. âDas ist eine Schandeâ, sagte der Schweizer Coach Vladimir Petkovic nach dem 0:0 seiner Mannschaft am Sonntagabend im letzten Spiel der Gruppe A. Der Rasen habe das Spiel sehr beeinflusst. âDas Spiel war gut, aber es hĂ€tte sehr viel besser sein könnenâ, meinte Petkovic: âIch hoffe, dass es gelingt, die PlatzverhĂ€ltnisse zu verbessern.â
Frankreichs Trainer Didier Deschamps wittert ohnehin eine groĂe Verschwörung. âIch weiĂ nicht, wer fĂŒr den Platz verantwortlich ist, solche VerhĂ€ltnisse sind aber in der Gruppenphase nicht gutâ, sagte der ehemalige Nationalspieler. Deschamps hatte zuletzt in Marseille sein UnverstĂ€ndnis darĂŒber geĂ€uĂert, dass wenige Wochen vor der EM im Stade VĂ©lodrome noch ein Konzert der Rockgruppe AC/DC stattgefunden hatte. Die Franzosen hatten am vergangenen Mittwoch in der sĂŒdfranzösischen Hafenstadt gespielt.
Der Platz im Stade Pierre Mauroy von Lille sei nun zwar besser als in Marseille gewesen, âaber natĂŒlich ist das enttĂ€uschendâ, meinte Deschamps. Sollte im eigenen Land tatsĂ€chlich eine Rasenkampagne gegen das französische Team angezettelt worden sein, steckt ziemlich Marine Le Pen, Chefin des rechtsextremen Front National, dahinter. Schon im Vorfeld wurden vermeintliche Skandale lanciert und ĂŒble GerĂŒchte gestreut. Disharmonie herrsche in der multi-kulturellen Elf, hieĂ es.
Dass so viele Kicker jeglicher Coleur fĂŒr französische FuĂballfeiertage sorgen, passt dem ein oder anderen verblendeten WeiĂbrot nicht ins Konzept. Also wird auch noch am Rasen herumgebosselt. Skandal!
Kann aber auch sein, dass Deschamps und Petkovic nur den eigerntlichen Skandal ĂŒberdecken wollten. War ja schon vor dem Spiel bekannt, dass ein 0:0 sowohl Franzosen als auch Schweizern rerichen wĂŒrde. Prompt endet die Partie genausoâŠ
LĂ€uft bei der EMtaz:
Dass den Schweizern [31][die Trikots reiĂen und der Ball platzt] dient als zusĂ€tzliches Ablenkungsmanöver. Clever. Die RumĂ€nen hĂ€tten gegen die Albaner also [32][so laut schreien, dreckig grĂ€tschen und hoch siegen können], wie sie gewollt hĂ€tten â Platz zwei wĂ€re nicht mehr möglich gewesen. Davon dermaĂen deprimiert, gaben sie sogar Platz 3 noch her. DĂ€mlich.
Spielfreie Tage braucht niemand. Es wĂ€re deshalb sinnvoll, [33][das Teilnehmerfeld von 24 auf 32 Teams aufzustocken], findet Jan Feddersen, den es stört, wenn um 15 Uhr keine FuĂballspiele ĂŒbertragen werden.
In Belgien [34][jubelt die Angst mit.] Razzien und die Festnahme mutmaĂlicher AttentĂ€ter nĂ€hrt die Sorge vor neuen AnschlĂ€gen. Hartgesottene wollen weiter auf die Fanmeile gehen, stellt Eric Bonse nichtsdestotrotz fest.
***
Sonntag, 19. Juni
Was geht heute? Oh Schock, oh Graus: Kein 15-Uhr-Spiel! Kein 18-Uhr-Spiel! Und um 21 Uhr dann gleich zwei Spiele zur gleichen Zeit, welch Verschwendung an Sendezeit. Danke Deutschland, danke âSchande von GijĂłnâ.
Nun denn, in der Gruppe A treffen die Schweiz und Frankreich aufeinander, es geht fĂŒr beide Teams um den Gruppensieg und damit um einen möglichst leichten Gegner im Achtelfinale.
RumĂ€nien spielt gegen Albanien. Die RumĂ€nen können bei einem Sieg (und einer Niederlage der Schweiz) noch Gruppenzweiter werden oder zumindest darauf hoffen, unter die vier besten Gruppendritten zu kommen. Albanien spielt wohl allein fĂŒr eine nicht ganz so schlechte Statistik in den FuĂball-GeschichtsbĂŒchern.
Ohne Holland âŠ
⊠geht es fĂŒr den FC Twente Enschede nicht. Der Klub bleibt in der ersten FuĂballliga der Niederlande. Die Berufungskommission des niederlĂ€ndischen FuĂballverbandes KNVB hob am Freitag eine frĂŒhere Entscheidung der Lizenzkommission auf, wonach der Verein degradiert wurde. Twente muss allerdings 180.000 Euro Strafe zahlen.
Wegen illegaler Investitionen hatte die Lizenzkommission den mit rund 32 Millionen Euro verschuldeten Verein im Mai mit dem Abstieg in die 2. Liga bestraft. Der Club hatte die Entscheidung erst vor einem Gericht angefochten, war dort aber unterlegen. Um den Druck auf den niederlÀndischen Verband zu erhöhen, hatte Twente zwischenzeitlich damit gedroht, die Niederlande zu verlassen. Der Klub hatte die Spielzeit auf Platz 13 der Ehrendivision beendet.
LĂ€uft bei der EMtaz:
Ăsterreichs TorhĂŒter Robert Almer wird dank seiner [35][Paraden gegen Portugal] zum Helden [36][und lĂ€sst Cristiano Ronaldo verzweifeln.] Er tritt damit in die FuĂstapfen groĂer TurniertorhĂŒter. Europameister in Verboten [37][ist Frankreich schon jetzt.] Patriotismus und Kroatien [38][sind Synonyme.] Daran ist die Uefa aber nicht unschuldig. Belgien 3, [39][Irland 0.] Ungarn 1, [40][Island auch].
La Castellane heiĂt eine Siedlung im Norden von Marseille. Hier wurde der WeltfuĂballer ZinĂ©dine Zidane groĂ. Doch daran erinnert nichts. [41][Ein Besuch in der CitĂ©.] Immer nur lesen ist langweilig? Nun gut, dann gibt's im taz-Futiklub die EM [42][auch zum Hören.]
Der FuĂballphilosoph sinniert weiter. Im dritten Teil seiner Video-Serie [43][beschĂ€ftigt er sich mit dem FuĂball zu Zeiten der Medici] in Florenz. Da war der Sport noch sauber, meint er. Auch Jilet Ayse legt in âEj, FuĂball (2)â [44][nochmal nach:] âVon Elf Spielern sind neun Kanaken.â Ebenfalls sehenswert: Eine Verabredung mit Wirtin Jean Clarke [45][zum FuĂballgucken in einem Irish Pub].
***
Freitag, 17. Juni
Was geht heute? Im 15-Uhr-Spiel (ZDF) stehen sich Italien und Schweden gegenĂŒber. Den Spielplan der Schweden kennen wir bereits: Alle BĂ€lle auf Zlatan, der wird schon treffen. Italien, die Ă€lteste Mannschaft des Turniers, hat das erste Spiel gegen Belgien mit 2:0 gewonnen. Nun sind die Italiener TabellenfĂŒhrer und [46][trĂ€umen sogar vom EM-Titel.] Schweden enttĂ€uschte zum Auftakt. Erst ein Eigentor nach zlatanischer Vorarbeit bescherte einen Punkt gegen Irland. Ergo: Heute heiĂt der Favorit Italien.
Um 18 Uhr (ZDF) spielen zum ersten Mal Kroatien und Tschechien in einem EM- oder WM-Turnier gegeneinander. Kroatien fĂ€llt vor allem mit seiner guten Mittelfeldreihe auf. Rakitic, Modric, Perisic, das switcht. Der 1:0-Sieg gegen die TĂŒrkei hĂ€tte auch deutlicher ausfallen können.
[47][Tschechien unterlag Spanien 0:1], das war erwartbar. Gegen die Kroaten sind die Tschechen nun gefordert, auf dem Papier aber erneut AuĂenseiter. Zumal Vedran Corluka, der gegen die TĂŒrkei halb verblutete Kroate, sich wieder mit in die Schlacht stĂŒrzt.
Um 21 Uhr (ZDF) tritt abschlieĂend die TĂŒrkei gegen Spanien an. Ein Punkt wĂ€re schon ein groĂer Erfolg fĂŒr die Terim-Truppe, drei Punkte wĂ€ren ein tĂŒrkischer Sommernachtstraum. Soll's fĂŒrs Achtelfinale reichen, muss er real werden. Den Angriffswirbel des Tiki-Taka-Spanien kann in der Theorie zwar jedes Team verteidigen; im Praxistest sind die Spanier aber meist immer noch ĂŒberlegen. Prognose: Gilt auch heute Abend!
Pressestimmen zum Spiel Deutschland â Polen (0:0)
11Freunde: La (halbe) Mannschaft. Hinten hui, vorne naja.
SZ: Nein, ausgerechnet Deutschland und Polen, die beiden torgefÀhrlichsten Teams, treffen das Tor nicht. Der DFB-Elf fehlt die PrÀzision, Polen hat die besseren Chancen.
Bild: Polen nullen Jogi ein.
Przeglad Sportowy (Polen): Die Polen sind einem historischen Weiterkommen nahe!
Super Express: Wir haben uns den Deutschen nicht ergeben. Die Weltmeister bestimmten wie erwartet das Spiel, aber die WeiĂ-Roten hatten bessere Chancen.
La Gazzetta dello Sport (Italien): Die polnische Mauer hĂ€lt stand â Deutschland bleibt hĂ€ngen und riskiert auch noch Gespött (âŠ) Deutschland gelang es nicht zu treffen, weil die gesamte Offensivabteilung keine Schnelligkeit oder Ideen hatte.
Corriere della Sera: Langsames Deutschland
L'Ăquipe (Frankreich): Aus Mangel an Inspiration beiĂt sich der Weltmeister gegen eine erstaunliche polnische Mannschaft fest.
Mirror (England): Es gab keine Tore, doch nach einem langsamen Start war dies eine der unterhaltsameren Partien.
Marca (Spanien): Ein Superlangweiler. Das Spiel Deutschland gegen Polen war nur etwas fĂŒr Liebhaber taktischer Varianten. Normalerweise machen die Deutschen alles richtig, aber diesmal nicht.
As: Dieses Deutschland macht niemandem Angst.
LĂ€uft bei der EMtaz:
Frauen und FuĂball. Uh, Ă€hhh, hmmm, immer schwierig. Eigentlich finden wir das ja ganz ok, ABER warum verdammt nochmal muss denn der Kommentator eine KommentatorIN sein? Doris Akrap hat sich durchgelesen, wie ĂŒbel [48][ZDF-Frau Claudia Neumann nach ihrem ersten Spiel beschimpft wurde.]
Viel besser erging's der deutschen Elf freilich auch nicht. Blutleere Offensive gegen Polen. Wegen einer falschen Neun? Daran lag's nicht, findet David Joram, der meint, dass [49][diese Diskussion lĂ€ngst ĂŒberholt ist.]
ZurĂŒck zum ZDF: Welke und Kahn nehmen den FuĂballzirkus nicht allzu ernst. Das tut gut. Allerdings kann man auch ĂŒbers Ziel hinausschieĂen, meint Markus Völker und rĂŒgt [50][den Titan.]
Der FuĂballphilosoph ist wieder da. Er erklĂ€rt im zweiten Teil, warum [51][die Welt von der Hand auf den Kopf gestellt wird.] VerrĂŒckt, wie so was geht.
***
Donnerstag, 16. Juni:
Was geht heute? Im 15-Uhr-Spiel (ZDF) gibt es ein rein britisches Duell: Die Waliser treten gegen die EnglĂ€nder an. Der Turnier-Brexit ist in beiden FĂ€llen jedoch eher unwahrscheinlich. Die Waliser haben dank ihrem Vorzeige-Rennpferd Gareth Bale [52][ihr erstes Spiel gegen die Slowakei mit 2:1 gewonnen], also schon drei Punkte eingetĂŒtet. Die EnglĂ€nder fingen sich in der Schlussphase gegen Russland ein unnötiges Kopfballtor [53][zum 1:1] und haben deswegen bislang nur einen Punkt. DafĂŒr sind sie heute gegen den kleinen Nachbarn Favorit. Wird eng fĂŒr Wales.
Um 18 Uhr (ZDF) stehen sich die Ukraine und Nordirland gegenĂŒber. Eine Partie, die soviel Spannung verspricht wie TV-Börsennews im Internetzeitalter. Immerhin ist die Partie einigermaĂen existentiell. Beide Mannschaften verloren ihre erstes Spiel. [54][Ukraine unterlag Deutschland mit 0:2], Nordirland konnte das [55][0:1 gegen Polen] trotz Manndeckung nicht verhindern. Wer dieses Spiel verliert, hat gute Chancen auf einen lĂ€ngeren Sommerurlaub. Leute, denen dieses Spiel gefĂ€llt, kauften auch: âVHS â Karl-Heinz und Bernd Förster: Unsere schönsten Foulspieleâ sowie âBildband â Beton: Magie aus Zement und Wasser.â
Um 21 Uhr (ZDF) spielt dann endlich Deutschland gegen Polen. Jogi Löw holte in seiner Amtszeit erschreckend wenig Punkte im jeweils zweiten Gruppenspiel eines Turniers. Die Defensive der DFB-Elf offenbarte bereits in der [56][ersten Partie gegen die Ukraine] kleine SchwÀchen. Heute folgt dann der Elchtest mit den Polen Arkadiusz Milik und Robert Lewandowski. Die sind dank eines guten Spiels gegen Nordirland weiterhin Geheimfavorit. Ins Achtelfinale kommen wohl beide Teams. Die Frage ist noch, wer Gruppenerster wird.
Verschwörung des Tages: AC/DC treten den Rasen kaputt
90 Minuten hat es am Mittwochabend gedauert, bis [57][Antoine Griezman die Franzosen mit seinem Tor erlöste]. In der ersten Halbzeit war das Gestolper von Payet und Co. kaum mit anzusehen. Schuld war allerdings nicht die gute Abwehrarbeit der Albaner oder der wegen mangelnder Disziplin fehlende Paul Pogba (trug Badeschlappen beim Mannschaftsessen), sondern Axl Rose â zumindest nach Ansicht von Frankreichs Trainer Didier Deschamps.
Der spielte mit seier neuen Band AC/DC am 13. Mai, also vor ĂŒber einem Monat (!), im Marseiller Stade VĂ©lodrome â zu viel fĂŒr den empfindlichen Rasen. âDer Platz ist ein Desaster. Aber es ist kein Wunder, wenn du eine Woche vor der EM hier ein AC/DC-Konzert hastâ, zĂŒrnte Deschamps nach der Partie.
TatsĂ€chlich waren immer wieder Spieler beider Mannschaften ausgerutscht, StĂŒrmer Olivier Giroud wechselte sogar nach ein paar Minuten die Schuhe. Aber was haben bitte die Rocker damit zu tun? Deschamps: âAls ich Bilder sah, wie Leute von dem Konzert kamen, da habe ich nur gedacht: Oh mein Gott.â
Das nĂ€chste Spiel der Franzosen gegen die Schweiz findet am Sonntag ĂŒbrigens im Stade Pierre-Mauroy in Lille statt. Dort pflĂŒgten am Mittwoch noch die Russen ĂŒber den Rasen. Wie gut, dass Frankreich schon fĂŒrs Achtelfinale qualifiziert ist.
LĂ€uft bei der EMtaz:
Vor dem Frankreich-Spiel gegen Albanien gab es eine Schweigeminute. Gehört sich halt. Wer hingegen bei der Hymne schweigt, wird gerĂŒgt. Was soll das? FrĂ©dĂ©ric Valin plĂ€diert dafĂŒr, bei der Nationalhymne [58][einfach mal die Fresse zu halten].
Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan sprach mit Irina Serdyuk ĂŒber die EM in Zeiten des Krieges. Und warum die Gesellschaft seines Landes viel von der Fanbewegung lernen kann. Denn in der Ukraine ist â[59][von FuĂballfieber keine Spurâ].
Nach der Festnahme russischer Hooligans bei der EM bestellt Moskau den Botschafter ein. Die russische Regierung perfektioniert die Opferrolle. â[60][Peinliches Mimimiâ], kommentiert Andreas RĂŒttenauer.
FĂŒr die Hooligans ist es bislang eine erfolgreiche Europameisterschaft. Auch die Fanforscher beobachten mehr enthemmte Hooligans, die zudem den szeneeigenen [61][Kodex kaputtkloppen]. Umso mehr wundern sie sich deswegen ĂŒber den Mangel an Kooperation französischer Behörden.
In der [62][EMtaz-Video]-Analyse erklĂ€rt das wandelnde Taktik-Lexikon Sid Meyer, [63][wie der Pole spielt]. AuĂerdem gibt es das wunderbare Video-Format âEin Spiel wie gemaltâ: In der ersten Folge hat Felia einen [64][Nachklapp in 120 Sekunden] fĂŒr uns das Spiel zwischen Spanien und Tschechien aufgemalt. Schön.
***
Dienstag, 15. Juni:
Was geht heute? Den zweiten Spieltag der Vorrunde haben um 15 Uhr die russischen KrawallbrĂŒder gegen die Slowakei eröffnet. Gewinnt Russland, ist zumindest Platz drei gesichert. AuĂer das Team fĂ€hrt [65][unsportlich heimwĂ€rts]. Die Slowakei hat das erste Spiel [66][gegen Wales 1:2 verloren] â weshalb die Kozak-Kicker in Lille nicht umhin kommen, ihren Sparmodus aufzugeben.
Ab 18 Uhr wird gejodelt, die Schwiiz will mit einem Sieg gegen RumĂ€nien das Achtelfinale buchen. Ob das im Pariser Prinzenpark auch gelingt, steht lĂ€ngst nicht fest. Nur dank ihres starken Torwarts Yann Sommer setzten sich die Eidgenossen im ersten Duell [67][glĂŒcklich mit 1:0 gegen Albanien] durch. RumĂ€nien hatte den Franzosen [68][zum Auftakt] ganz artig die drei Punkte ĂŒberlassen.
Der Gastgeber beschlieĂt den EM-Tag um 21 Uhr im schönen Marseille, wo es im StadĂ© VĂ©lodrome gegen Albanien wohl zivilisierter zugehen dĂŒrfte als zuletzt zwischen EnglĂ€ndern und Russen. Sportlich sind Les Bleus favorisiert, auch weil den Albanern Handballer Lorik Cana (Gelb-Rot-Sperre) fehlt.
Pressestimmen zum Spiel Ăsterreich â Ungarn (0:2)
Der Standard: Ăsterreich ist Ăsterreich geblieben. Auch das vierte Match bei einer EM-Endrunde wurde nicht gewonnen. PrĂ€senz der Ungarn und eigene Hektik erwiesen sich als toxische Mischkulanz.
Die Presse: Das MĂ€rchen wird zum Albtraum. Ăsterreichs Spieler waren sich ihrer Favoritenrolle insgeheim bestimmt bewusst, wenngleich sie sie öffentlich nicht annehmen wollten. Doch die höhere individuelle Klasse von Alaba und Co. war an diesem Abend in Bordeaux nicht zu sehen.
Magyar Nemzet (Ungarn): Traumhafter Start! Das Land hat ein FuĂballfieber gepackt, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. 44 Jahre haben wir auf diesen Moment gewartet.
Magyar HĂrlap: Traumstart. Unser Appetit ist angeregt. Die Mannschaft erreichte am ersten Spieltag schon mehr, als bei der EM insgesamt von ihr erwartet wurde.
Pressestimmen zum Spiel Portugal â Island (1:1)
O Jogo (Portugal): Portugal muss sich mit einem Unentschieden begnĂŒgen. Das ist enttĂ€uschend â aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Fehlstart nicht so schlimm sein muss wie auf den ersten Blick befĂŒrchtet. Wir können noch immer Europameister werden!
Correio de Manha: Island friert die Euphorie ein. Vieirinha ist eine Abwehrkatastrophe, die irreparablen Schaden verursacht.
Frettabladid (Island): Helden! Unsere Mannschaft hat die Zeit auf der ganz groĂen BĂŒhne eingefroren. Sie hat in Saint-Etienne Geschichte geschrieben.
#EMtaz
Die taz leuchtet jeden Winkel zum europĂ€ischen Gekicke aus! Auf den [69][taz-Schwerpunktseiten zur EM] bieten wir Satire und Analyse. HintergrĂŒndige [70][Berichte und Analysen] liefert etwa taz-Frankreichfahrerin Harriet Wolff. In der Stadt Ăvian, wo nun das DFB-Team residiert, ging es einst um die Rettung deutscher und österreichischer Juden. Das Ergebnis war desaströs, schreibt sie ĂŒber [71][das finstere Ende der Belle Ăpoque.]
Andreas RĂŒttenauer hat sich derweil die russischen Hooligans vorgenommen und stellt fest, dass die Uefa zwar den russischen Verband wegen seiner Hooligans verurteilt. Ein ultrarechter Fanvertreter allerdings sogar [72][mit einer Akkreditierung durch Frankreich] fĂ€hrt.
Und die HollĂ€nder? Die haben es im Dorf Baarle besonders schwer. Baarle liegt nĂ€mlich in Belgien und den Niederlanden. In Zeiten der EM bedeutet das eine ganz besondere Art der Gleichzeitigkeit â zwischen [73][(Dabei)Sein und Nichtsein.]
NatĂŒrlich bilden auch wir uns eine Meinung. Zum Beispiel vom portugiesischen Fiesling Pepe, der gleichzeitig schwalben und treten kann. Nach einer Beinschere wurde er wĂŒst beschimpft. Dabei [74][mĂŒsste man ihm danken], findet David Joram.
ZurĂŒck zu Baarle. Nicht nur die HollĂ€nder mĂŒssen leiden, auch die Belgier. Warum der Hipster-Liebling bei dieser EM [75][wieder nichts gewinnen wird], erklĂ€rt Ronny MĂŒller.
Bewegte Bilder hat die taz ebenfalls im Angebot. âDer FuĂballphilosophâ erklĂ€rt, warum die groĂen Spiele alle gespielt sind. Nie im Abseits, sondern immer auf gleicher Höhe befindet sich Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig, der ganz genau weiĂ, wovon er spricht. Und was Claudia Roth und Taktikfuchs Sid Meyer in den [76][EMtaz-Videos] so von sich geben, hat deutlich mehr Nivea, Ă€h Niveau, als Jogis Hosengriff. Ist aber mindestens genauso griffig!
15 Jun 2016
LINKS
[1] /EMtaz-Mesut-Oezil-Fussballgott/!5316624
[2] /Kommentar-Wiesenhof-Werbespot/!5313323
[3] /EMtaz-Kommentar-Fussball-und-Werbung/!5316470
[6] https://www.youtube.com/watch?v=m64Y6-ZpFt0
[7] http://www.11freunde.de/interview/wie-schwer-wird-es-gegen-die-slowakei-mario-gomez
[9] /EMtaz-Goetze-bangt-um-seinen-Startplatz/!5316457
[10] /EMtaz-Die-Richtigen-gewinnen-K-o-Spiele/!5316529
[12] /EMtaz-Die-Absurditaet-des-EM-Modus/!5316135
[17] /EMtaz-Joshua-Kimmich-Mann-der-Stunde/!5315937
[18] /EM-taz-Stars-Teams-und-wir/!5314583
[19] /EMtaz-Das-Phaenomen-Starfussballer/!5314579
[20] /EMtaz-Ibrahimovic-der-Bosnier/!5315863
[21] /EMtaz-Das-Phaenomen-Starfussballer/!5314579
[22] /EMtaz-Gruppe-D-Kroatien--Spanien/!5315902
[23] /EMtaz-Der-weitere-Turnierverlauf/!5315908
[26] /Kazim-Akboga-ueber-Fussball-und-Kunst/!5314524
[27] /EMtaz-Rechtsextreme-russische-Fans/!5315794
[28] /EMtaz-Die-Probleme-der-DFB-Elf/!5314739
[31] /EMtaz-Gruppe-A-Schweiz--Frankreich/!5314535
[32] /EMtaz-Gruppe-A-Rumaenien--Albanien/!5314536
[33] /EMtaz-Eine-Qual-wenn-mal-nichts-laeuft/!5314584
[34] /EMtaz-Terror-in-Belgien/!5314374
[35] /EMtaz-Gruppe-F-Portugal--Oesterreich/!5314423
[36] /EMtaz-Oesterreichs-Almer-gegen-Alle/!5314439
[37] /EMtaz-La-Kolumne/!5314014
[38] /EMtaz-Zu-viel-Patriotismus-wieder-mal/!5314405
[39] /EMtaz-Gruppe-E-Belgien--Irland/!5314416
[40] /EMtaz-Gruppe-F-Island--Ungarn/!5314421
[41] /EMtaz-Zidanes-Geburtsort-Marseille/!5314224
[42] https://soundcloud.com/user-47890541/taz-futiklub-1
[43] https://vimeo.com/171273215
[46] /EMtaz-Italien-vor-dem-zweiten-Spiel/!5314021
[47] /EMtaz-Gruppe-D-Spanien--Tschechien/!5312833
[48] /EMtaz-ZDF-Sportreporterin-Neumann/!5314027
[49] /EMtaz-Die-deutsche-Offensive-enttaeuscht/!5314278
[50] /EMtaz-Oli-Kahn-ueber-Menschen/!5313803
[52] /EMtaz-Gruppe-B--WAL-SVK/!5312204
[53] /EMtaz-Gruppe-B--ENG-RUS/!5312205
[54] /EMtaz-Gruppe-C-Deutschland--Ukraine/!5312315
[55] /EMtaz-Gruppe-C-Polen--Nordirland/!5312302
[56] /EMtaz-Deutschland-gegen-Ukraine/!5312153
[57] /EMtaz-Gruppe-A-Frankreich--Albanien/!5314032
[58] /EMtaz-Unsinn-der-Schweigeminute/!5314064
[59] /Schwerpunkt-Fussball-EM-2024/!t5308320
[60] /Kommentar-Russland-und-EM/!5314063
[61] /EMtaz-Hooligans-in-Europa/!5313792
[65] /EMtaz-Hooligans-in-Frankreich/!5312214
[66] /EMtaz-Gruppe-B--WAL-SVK/!5312204
[67] /EMtaz-Gruppe-A-Albanien--Schweiz/!5312199
[68] /EMtaz-Matchwinner-Dimitri-Payet/!5312194
[69] /Schwerpunkt-Fussball-EM-2024/!t5308320
[70] /EMtaz-Bericht/Analyse/!t5312032
[71] /EMtaz-Die-Konferenz-von-Evian/!5312132
[72] /EMtaz-Russische-Hooligans/!5312359
[73] /EMtaz-Fussball-in-den-Benelux-Staaten/!5313719
[74] /EMtaz-Ein-Loblied-auf-den-Treter/!5313854
[75] /EMtaz-Die-Belgier-versagen-mal-wieder/!5312872
TAGS
ARTIKEL ZUM THEMA
SportĂŒbertragung im Fernsehen: Um jeden Preis
ARD und ZDF haben fĂŒr viele Millionen Euro die Rechte fĂŒr die Uefa Nations League gekauft. Es ist ein Zeichen der Verzweiflung.
England feuert Nationaltrainer Allardyce: Nur 67 Tage
Englands Nationaltrainer Sam Allardyce wird entlassen. Er lieà sich vor versteckter Kamera auf ein windiges GeschÀftsangebot ein.
EMtaz: Alles auĂer FuĂball: War was?
Terror und der Brexit schafften es ins Hirn aller EMler. Was sonst noch passiert ist, das lesen Sie hier.
EMtaz: Deutschland vor der ReifeprĂŒfung: Actio und Reactio
Wenn die DFB-Elf am Samstagabend auf Italien trifft, steht fĂŒr Joachim Löw viel auf dem Spiel. Es geht um die Aufarbeitung eines Traumas.
EU-Gipfel zum Brexit: Klare Kante gegen die Briten
Die erste ErklÀrung der 27 EU-Staaten zieht eine Grenze. Verhandlungen sollen aber erst starten, nachdem der britische Austrittsantrag eingereicht ist.
EMtaz: Italien, der neue FuĂballzwerg: Auf der Suche nach etwas GroĂem
Nationaltrainer Antonio Conte hat Deutschlands Viertelfinalgegner Italien ganz neu positioniert: als FuĂballzwerg.
EMtaz: Islands Sensation mit Ansage: Here come the -sons
Island zerlegt Englands TiteltrÀume mit Teilzeit-Tiki-Taka und einem weiten Einwurf. England war einfach schlecht vorbereitet. Island nicht.
EMtaz: Achtelfinale Italien â Spanien: Torflut auf Italienisch
Italien spielt mutig und gewinnt mit 2:0 gegen ĂŒberraschend schwache Spanier. Am Samstag kommt es zum Viertelfinale gegen die deutsche Mannschaft.
Vor dem EU-Gipfel in BrĂŒssel: Alle wollen Europa retten
Der Brexit als Chance: Gegen das Sparprogramm und eine wachsende BĂŒrokratie soll sich die EU neu erfinden.
EMtaz: Achtelfinale Ungarn â Belgien: Die Zeit der AuĂenseiter ist vorbei
Das belgische Team macht endlich deutlich, mit welchem Anspruch es zur EM angetreten ist. Ungarn schlĂ€gt sich tapfer â und verliert dennoch hoch.
EMtaz: Achtelfinale Schland â Slowakei: Die Riesensensation!
Die deutsche Elf bezwingt die Slowakei mit 3:0. Die Wade der Nation trifft, Draxler zaubert und Marek HamĆĄĂk enttĂ€uscht. Wer hĂ€tte das gedacht?
EMtaz: Ungarn vor dem Achtelfinale: Warten auf das nÀchste Wunder
Die Mehrheit ist ĂŒberzeugt, dass ihre Mannschaft gegen Belgien gewinnen wird. Doch abgesehen davon: Jeder Moment bei der EM ist ein Geschenk.
EMtaz: Frankreich darf noch hoffen: In der Defensive hakt es noch
Frankreichs Achtelfinalsieg ĂŒber Irland ist Folge eines Systemwechsels. Ist das die Lösung fĂŒr den Gewinn des EM-Titels?
Liveticker Deutschland â Slowakei: Lille, 3:0, die Frisur sitzt
Boatengs Wade der Nation hĂ€lt â und trifft. Gomez sowieso. Sogar Draxler darf. Nur von Götze war nichts zu sehen. Mal wieder.
EMtaz: Achtelfinale Frankreich â Irland: Vom KĂŒken zum Hahn
Frankreich entdeckt die Breite des Spiels und Irland verlĂ€uft sich in der eigenen Abwehr. Am Ende reichen den Franzosen fĂŒnf Minuten.
EMtaz: Die Vorrundenbilanz: Die Nordirlandisierung des FuĂballs
Die FuĂball-EM wird in der Gruppenphase von den Underdogs bestimmt. Auf den RĂ€ngen ist das gut, auf dem Rasen nicht immer.
EMtaz: Gruppe E, Italien â Irland: Brady lĂ€sst die Insel beben
FĂŒrs Achtelfinale qualfizierte Italiener lassen die Iren wurschteln. Die machen lange nix draus â dann kommt Brady. Der Rest ist Freude in GrĂŒn-weiĂ.
EMtaz: Gruppe F, Ungarn â Portugal: Ronaldo ist mehr als eine Diva
Ein elektrisierendes Spiel: groĂe Ballfertigkeiten, kaum Fouls, alle hoch fokussiert. Ungarn und Portugal ziehen mit einem 3:3 ins Achtelfinale ein.
EMtaz: Der weitere Turnierverlauf: I werd narrisch!
Spanien und England sind wider Erwarten nur Zweiter in ihrer Gruppe geworden. Das wirkt sich ziemlich drastisch auf die K.-o.-Runde aus.
EMtaz: Ibrahimovic, der Bosnier: Der gröĂte MahalaĆĄ aller Zeiten
Ibra schieĂt seine Tore zwar fĂŒr Schweden. Er ist aber auch Bosnier und spielt vor allem wie einer. PrĂ€sident könnte er natĂŒrlich auch.
EMtaz: Das PhĂ€nomen StarfuĂballer: Uns Zlatan
Er pöbelt notorisch, ist unverblĂŒmt egoistisch und in geradezu epischer Weise ĂŒberheblich. Warum verehren wir Zlatan IbrahimoviÄ?
EMtaz: Gruppe D: Kroatien â Spanien: Kroatien gelingt Ăberraschung
Die Spanier beginnen gut und lassen dann nach. Nach einem leichtfertig vergebenen Spiel treffen sie nun im Achtelfinale auf die starken Italiener
EMtaz: Gruppe D: Tschechien â TĂŒrkei: Helden in Hellwasserblau
Die Sonne scheint auch fĂŒr die tĂŒrkische Nationalmannschaft; alles mellow. Mal gucken. FĂŒr die Tschechen ist es aus.
EMtaz: Gruppe C: Nordirland â Schland: Gegner gesucht
Die nordirischen Fans sind die deutlich besseren SĂ€nger. Ihre Heroes haben allerdings keine Chance gegen eine spielfreudige DFB-Elf. Das 1:0 ist zu wenig.
EMtaz: Gruppe A: Schweiz â Frankreich: 0:0 â und alle sind glĂŒcklich
Den Schweizern reiĂen vier Trikots. Ansonsten reiĂen sie sich zusammen und mogeln sich mit einem 0:0 sicher ins Achtelfinale.
EMtaz: La Kolumne: Vier Iren und ihr Bier
Die Franzosen sind bereits Europameister: im Aussprechen von Verboten. Selbst der Alkoholgenuss â mon dieu! â fĂ€llt darunter.
EMtaz: Gruppe C Ukraine â Nordirland: Staubtrocken abstauben trotz Regen
Die GrĂŒnen gewinnen. Obwohl Will Grigg 90 Minuten auf der Bank sitzt! Vielleicht, weil die Ukrainer in HĂ€lfte zwei völlig den Faden verlieren.
EMtaz: Hooligans aus Polen: Sie waren nie weg
Gegen Deutschland könnte es knallen. Polen verharmlost sein Hooliganproblem. In Frankreich sind die Chuliganis bloà noch nicht aufgefallen.
EMtaz: Gruppe B England â Wales: âBring your vodka and your charlie!â
Koks, Alk, Achtelfinale? Vardy und Sturridge retten England drei Punkte. Davor lieĂ TorhĂŒter-Klischee Joe Hart einen Bale-FreistoĂ ins Tor.
EMtaz: Das französische Team: La vie en rose sieht anders aus
Noch lĂ€uft es nicht rund fĂŒrs französische Team â trotz des Sieges gegen Albanien. Der Trainer fĂŒhlt sich wie auf einem anderen Planeten.