taz.de -- Die Wahrheit: Flucht ans Kap

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn erfreuen.

Das wird wohl hohe Wellen schlagen

um Ex-VW-Chef Winterkorn,

der kaufte sich vor ein paar Tagen

ein Häuschen unten am Kap Hoorn.

Zwar hätte er’s in Deutschland wärmer,

doch wird der Boden ihm zu heiß.

Dort ist die Luft halt schadstoffärmer:

Es gibt kaum Autos, wie man weiß.

Kein warmer Golfstrom streift das Kap hier,

auch kein Scirocco bläst ums Eck.

Selbst der Passat-Wind ist ganz schlapp hier

und weit und breit kein Tuareg.

Ja, dieses Haus im fernen Feuer-

land ist zig Meilen weit vom Schuss

(schon rein juristisch) und nicht teuer,

weil er jetzt kräftig sparen muss.

Als ein von Armut schwer Bedrohter

floh er aus sich’rem Herkunftsland.

Wird nun am Kap trotz aller Not er

als Wirtschaftsflüchtling anerkannt?

29 Sep 2016

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Pawlowski

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