taz.de -- Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Die Linke bleibt draußen
In NRW ist dem vorläufigen Endergebnis zufolge eine schwarz-gelbe Koalition möglich – wenn die FDP mitmacht. Die Linke verpasste erneut den Einzug.
Bild: Es hat ganz knapp nicht gereicht: Linke-Spitzenkandidatin in NRW Özlem Demirel
Berlin afp | Auf Rot-Grün könnte Schwarz-Gelb folgen: Die CDU geht als klarer Sieger aus der Wahl in Nordrhein-Westfalen hervor und könnte nun eine Koalition mit der FDP bilden. Allerdings verfügen die beiden Parteien nur über eine hauchdünne Mehrheit, möglich wäre auch eine große Koalition. Die Sozialdemokraten stürzten gut vier Monate vor der Bundestagswahl auf einen historischen Tiefstand in NRW, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trat von allen Parteiämtern zurück.
Großer Gewinner der Wahl ist CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet, der Kraft nun als Ministerpräsident ablösen dürfte. Seine Partei verbesserte sich laut vorläufigem Ergebnis um fast sieben Punkte auf 33 Prozent. Die SPD sackte hingegen um fast acht Punkte auf 31,2 Prozent ab. Für die Sozialdemokraten ist das Ergebnis im bevölkerungsreichsten Bundesland nach den Wahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein die dritte Schlappe im Vorfeld der Bundestagswahl.
Die FDP wurde drittstärkste Kraft mit 12,6 Prozent. Die AfD erzielte auf Anhieb 7,4 Prozent, die Rechtspopulisten zogen damit in das 13. Landesparlament in Folge ein. Die Grünen verloren knapp fünf Punkte und landeten bei 6,4 Prozent. Die Linke konnte ihr Ergebnis von 2012 zwar annähernd verdoppeln, verpasste mit 4,9 Prozent aber denkbar knapp den Einzug in den Landtag.
Ein Bündnis aus CDU und FDP würde laut vorläufigem Ergebnis genau über die für eine absolute Mehrheit benötigte Mindestanzahl von 100 Sitzen verfügen. Neben einer großen Koalition wären auch zwei Dreierbündnisse möglich. Doch die Grünen hatten einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP vor der Wahl eine Absage erteilt. Die Liberalen schlossen ihrerseits eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen aus.
FDP-Chef und NRW-Spitzenkandidat Christian Lindner äußerte sich zu einer möglichen Koalition mit der CDU betont zurückhaltend. „Ich bin nicht der Wunschkoalitionspartner von Herrn Laschet und er nicht meiner“, sagte er in der ARD. Die CDU habe „seit Wochen gegen uns Wahlkampf gemacht“.
LESEN SIE AUCH: [1][„Hochmut, Fehler, Fall“] – warum die NRW-Wahl kein Plebiszit gegen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist
15 May 2017
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