taz.de -- Schlechter Datenschutz bei der Post: Umzugsmitteilungen landen im Netz
Auf umziehen.de können Menschen bei der Post ihre neue Adresse melden. Die Adressdatenbank war offenbar ungeschützt im Netz erreichbar.
Bild: Sag uns, wo du wohnst und wir lassen es für alle rumliegen: die Post bei der Arbeit
Bonn dpa | Bei der Deutschen Post ist eine Datenbank mit 200.000 Umzugsmitteilungen vorübergehend ungeschützt ins Internet geraten. Das sagte ein Sprecher der Post am Mittwoch. Zuvor hatte [1][zeit.de darüber berichtet]. Ob die Daten von Dritten abgezogen wurden, konnte der Sprecher nicht sagen.
Zugleich entschuldigte er sich für den Vorfall bei den Betroffenen, die über die Panne informiert worden seien. Auch die Landesbeauftragte für Datenschutz in Nordrhein-Westfalen wurde eingeschaltet.
Die Panne sei durch menschliches Versagen bei einem Sicherheitsupdate entstanden, als eine Kopie der Daten abgespeichert und entgegen den Sicherheitsstandards nicht gelöscht worden war. Für Nutzer mit Expertenwissen seien die Daten dann zugänglich gewesen, sagte der Sprecher weiter. Nachdem die Post den Fehler festgestellt habe, seien alle Daten gelöscht und die Sicherheitslücke geschlossen worden.
Unter dem Namen umziehen.de betreibt die Post ein Portal, auf dem Menschen nach ihrem Umzug die neue Adresse eingeben können. In einer Mitteilung informiert die Post dann unter anderem Banken und Versicherungen über die veränderte Anschrift.
5 Jul 2017
LINKS
[1] http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-07/kundendaten-deutsche-post-ungesicherte-datenbank
TAGS
ARTIKEL ZUM THEMA
Kommentar Tägliche Briefzustellung: Weniger zu höheren Preisen
Die Post will ihren werktäglichen Service ausdünnen, vor allem in ländlichen Gebieten. Das ist fatal – auch für die Zustellung von Tageszeitungen.
Große Koalition will den Staatstrojaner: Der Spion in deinem Handy
Telefone und Computer sollen zur Strafverfolgung mit Spionagesoftware gehackt werden können. Die Technik dafür hat Grenzen – noch.
Überwachung beim Shoppen: Kuckuck! Hier oben!
In einigen Real-Supermärkten analysieren Kameras die Gesichter der Kunden in der Warteschlange. Und jetzt regen wir uns auf – oder was?