taz.de -- Gesetz zu Sanktionen der USA: Russland droht mit weiteren Strafen

Trump ist nicht glĂŒcklich ĂŒber die Sanktionen gegen Russland, unterzeichnet sie aber dennoch. Aus Moskau kommt scharfe Kritik.

Bild: „Trumps Regierung hat totale UnfĂ€higkeit gezeigt“: Russlands MinisterprĂ€sident lĂ€stert auf Facebook

Moskau ap | Die russische Regierung hat erneut mit scharfen Tönen auf die zusĂ€tzlichen US-Sanktionen reagiert. Das Land behalte sich weitere Vergeltungsmaßnahmen vor, teilte das Außenministerium mit. FĂŒr den MinisterprĂ€sidenten Dmitri Medwedew sind Hoffnungen auf bessere Beziehungen zur neuen US-Regierung nun passĂ©, wie er am Mittwoch [1][in einem emotionalen Post auf Facebook] schrieb.

Auch US-PrĂ€sident Donald Trump gab sich nicht zufrieden. Er unterschrieb das Gesetz zwar, doch beschuldigte er den Kongress auch, die eigenen verfassungsgemĂ€ĂŸen Grenzen verletzt zu haben. Er werde daran gehindert, mit LĂ€ndern im Ausland zu verhandeln und Abkommen zu schmieden. Im Sinne der „nationalen Einheit“ habe er die Sanktionen trotzdem unterzeichnet, gab er bekannt.

Damit soll Moskau fĂŒr seine Einmischung in die US-PrĂ€sidentschaftswahl im vergangenen Jahr und seine militĂ€rische Aggression in der Ukraine sowie in Syrien bestraft werden. Das russische Außenministerium erklĂ€rte daraufhin, sich „natĂŒrlich das Recht anderer Gegenmaßnahmen“ vorzubehalten. Die Sanktionen seien zu kurz gedacht, gefĂ€hrlich und sollten Russland als Feind anprangern. Die weltweite StabilitĂ€t werde so gefĂ€hrdet. „Keine Drohungen oder Versuche werden Russland dazu zwingen, seinen Kurs zu Ă€ndern oder seine nationalen Interessen aufzugeben“, hieß es.

Die ErklĂ€rung schien im Widerspruch zu einer Aussage des Kreml-Sprechers Dmitri Peskow zu stehen. Dieser sagte russischen Nachrichtenagenturen zufolge, Vergeltungsmaßnahmen seien bereits getĂ€tigt worden. Die russische Regierung hatte bereits verfĂŒgt, dass die USA [2][die Zahl ihrer Mitarbeiter an der Botschaft und an den Konsulaten in Russland reduzieren] sowie eine Erholungseinrichtung und LagerrĂ€ume schließen mĂŒssen.

MinisterprĂ€sident Dmitri Medwedew schrieb auf Facebook: „Trumps Regierung hat totale UnfĂ€higkeit gezeigt, indem sie ihre exekutive Befugnis auf die peinlichste Weise dem Kongress ĂŒberlĂ€sst.“ Weiter erklĂ€rte er: „Das amerikanische Establishment hat einen ĂŒberwĂ€ltigenden Sieg ĂŒber Trump errungen.“ Die neuen Sanktionen kĂ€men einer Handelskriegs-ErklĂ€rung gleich.

Der Vorsitzende des Auslandsausschusses der Duma, Konstantin Kosachew, sagte, die Sanktionen ließen keine Chance fĂŒr eine konstruktive Kooperation mit Russland. Perspektiven, um die Probleme mit Iran oder Nordkorea zu lösen, sĂ€hen dĂŒster aus.

3 Aug 2017

[1] https://www.facebook.com/Dmitry.Medvedev/posts/10154587161801851

[2] /Nach-US-Sanktionen-gegen-Russland/!5437888

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