taz.de -- Conchita Wurst beim Edinburgh-Festival: Auftritt aus Protest abgesagt
Eigentlich wollte Conchita Wurst am Freitagabend in Edinburgh singen. Britische Behörden verweigerten ihrer syrischen Begleitband die Visa. Nun bleibt sie zu Hause.
Bild: Conchita Wurst bei einem ihrer Auftritte
Wien afp | Conchita Wurst zeigt Großbritannien die kalte Schulter: Die österreichische Bühnen-Diva sagte am Freitag kurzfristig einen Auftritt in Edinburgh ab, weil ihre drei aus Syrien stammenden Begleitmusiker kein Visum für das Vereinigte Königreich bekommen haben.
[1][In einem Facebook-Eintrag] kritisierte Wurst die Entscheidung der britischen Behörden als „bedauerliche Tatsache“. Die Absage tue ihr und ihren Musikern „sehr leid, weil wir uns auf den Auftritt gefreut hatten“.
Der Gig sollte eigentlich am Freitagabend auf dem Edinburgh International Festival stattfinden, das der Zusammenarbeit zwischen europäischen Künstlern und Migranten gewidmet ist. Conchita Wurst wollte dort mit dem Trio Basalt performen. Es besteht aus drei Syrern, die vor dem Bürgerkrieg nach Wien geflohen sind.
Dass der Auftritt auf dem multikulturellen Festival ausgerechnet an einer Visaentscheidung scheiterte, stieß auch bei den Organisatoren in Edinburgh auf Kritik. „Die Symbolik dieser Entscheidung ist wirklich furchtbar“, sagte Festival-Direktor Fergus Lineham. „Gerade wegen der Zielsetzung des Projekts ist das besonders frustrierend.“ Das Festival wolle eigentlich zeigen, „wie unterschiedliche Menschen die kulturelle Geographie eines Ortes bereichern können“.
11 Aug 2017
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[1] https://www.facebook.com/ConchitaWurst/posts/1877596298922190
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