taz.de -- Faszinosum Reality-TV: Von wegen Trash?!
Während der Coronapandemie gleicht der eigene Alltag fast einer Zombie-Apokalypse. Viele flüchten in andere Realitäten. In die des Reality-TVs.
Eine trennscharfe Definition für „Reality TV“ existiert nicht. In der Regel sind es Sendungen, die wöchentlich erscheinen und einen Teil einer (Alltags-)Realität darstellen wollen.
Die Formatvielfalt ist groß: [1][Castingshows („Germanys Next Topmodel“)], Make-over-Shows („Shopping Queen“), Verkupplungsshows („Bachelor“), Sendungen, in denen Menschen im Alltag begleitet werden („Keeping Up With The Kardashians“) oder in denen Menschen an einem Ort zusammengepfercht werden und diese Situation aushalten sollen („Big Brother“), zählen dazu.
In Coronazeiten sind einige Produktionen ausgefallen, andere wurden statt an Orten in der Ferne, in Deutschland gedreht. Wie genau es zum Beispiel beim „Dschungelcamp“ weitergeht, steht noch nicht fest. Erst wurde es von Australien nach Irland verlegt. Jetzt soll es mit einem neuen Konzept in Deutschland stattfinden. In den meisten Shows ist ein Kontakt zur Außenwelt nicht vorgesehen. Deswegen können die meisten Produktionen auch während Corona leicht abgeändert im Konzept und nach einer Quarantänezeit der Kandidat:innen stattfinden.
Der Markt für Reality-Shows ist enorm. In Deutschland produzieren die Privatsender die meisten Shows, [2][doch seit Kurzem hat auch Netflix ein eigenes „Unscripted“-Segment] eingeführt. Und das mit Erfolg: 30 Millionen Haushalte sollen beispielsweise im ersten Quartal die Show „Love is Blind“ gesehen haben. Aber auch deutsche Angebote von RTL & Co finden viele Zuschauer:innen. 2019 war das „Dschungelcamp“ die erfolgreichste Sendung. Im Schnitt haben 2,7 Millionen Zuschauer:innen pro Folge in der Zielgruppe der zwischen 14- und 49-Jährigen zugesehen.
23 Oct 2020
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