taz.de -- Rechtsextreme in Österreich und Deutschland: Spur nach NRW

Die österreichische Polizei stellt ein Arsenal auf 70 Waffen und 100.000 Schuss Munition sicher. Die Spur führt zu einer rechten Miliz in Deutschland.

Bild: Weg damit: an diese Waffen kommt rechtsextreme Miliz jetzt nicht mehr

Wien dpa | Bei einem Schlag gegen ein rechtsextremes Netzwerk führt eine Spur der Ermittler nach Nordrhein-Westfalen. In Österreich und Bayern habe es Festnahmen gegeben. Das wurde am Samstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des österreichischen Innenministers Karl Nehammer (ÖVP) und Vertretern des Wiener Landeskriminalamts (LKA) mitgeteilt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA meldete.

Im Rahmen der Untersuchungen seien in den vorangegangen drei Tagen mehr als 70 automatische und halbautomatische Schusswaffen sowie Munition im sechsstelligen Bereich sichergestellt worden. Laut Nehammer waren die Waffen für [1][die rechtsextreme Szene] in Deutschland bestimmt, „um eine rechtsradikale Miliz“ aufzubauen.

Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch waren Maschinenpistolen und Sturmgewehre samt Munition sichergestellt worden. Bei einer weiteren Durchsuchung am Donnerstag wurde dann ein Container mit weiteren Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. Am Freitag wurden in einer Lagerhalle in Niederösterreich rund 100.000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen gefunden.

Eine Drogenlieferung aus Deutschland im Oktober habe die Polizei zu dem Netzwerk geführt. Mit den Erlösen wurden laut Michael Mimra, dem stellvertretenden Leiter des Wiener LKA, die gefundenen Waffen angekauft, die für Deutschland bestimmt waren. Hauptverdächtiger ist ein 53-jähriger vorbestrafter Österreicher, der mit mehreren Mittätern den Handel aufgezogen haben soll.

12 Dec 2020

[1] /Schwerpunkt-Rechter-Terror/!t5007732

TAGS

Schwerpunkt Rechter Terror

Rechtsextremismus

Österreich

NRW

Schwerpunkt Rechter Terror

Schwerpunkt Rechter Terror

Wien

IG

Schwerpunkt Rechter Terror

Spanien

Reichsbürger

Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

ARTIKEL ZUM THEMA

Neue Zahlen der Sicherheitsbehörden: Mehr bewaffnete Rechtsextremisten

Rund 1.200 Rechtsextremisten in Deutschland besitzen laut Behörden legal Gewehre oder Pistolen. Die Zahl stieg damit seit 2019 um knappe 35%.

Lebenslange Haft für Halle-Attentäter: Höchststrafe für Menschenfeind

Im Prozess zum Anschlag von Halle sucht der Täter einen letzten Eklat. Die Richterin würdigt die Opfer und ringt mit der Fassung.

Theater-Horrortrip ins rechte Milieu: Zombies mit Schmiss

Unter den Bändern der Korporierten faulen die Geschwüre. Lydia Haiders „Am Ball“ am Wiener Schauspielhaus ist ein Horrortrip ins rechte Milieu.

Waffenfund in Österreich: Auf der Spur der Uzis

Waren in Österreich gefundene Waffen für deutsche Neonazis bestimmt? Ein Verdächtiger hatte einst gute Kontakte nach Berlin.

Waffenfund in Österreich: Rechter Terror mit Wurzeln

Die neuen Rechten verlieren in der Szene an Bedeutung. Jetzt kommen die alten Führungskader der klassischen Neonazis wieder hervor.

Rechtsextreme Militärs in Spanien: Blutige Träume rechts außen

Rechte spanische Ex-Generäle machen in Chatgruppen auf Reichsbürger. In Briefen an den König sorgen sie sich um ihr Vaterland.

Extremismus in der Bundeswehr: Tod eines Verdächtigen

Der Militärgeheimdienst MAD befragt eine Gruppe mutmaßlicher Reichsbürger in der Bundeswehr. Am nächsten Tag ist einer von ihnen tot. Was ist passiert?

Reaktionen auf Streit in Sachsen-Anhalt: Schlecht und schlechter

Die CDU in Sachsen-Anhalt habe ihre Regierungsfähigkeit eingebüßt, sagt Grünen-Chef Habeck. Er verteidigt den Verbleib seiner Partei in der Regierung.