taz.de -- Von Truthähnen, Mardern und Wespen: Rebellische Minister
Kroatien will den Euro, die Gesundheitsminister Süßigkeiten und die Türkei will kein Truthahn mehr sein. 5 Dinge, die wir diese Woche gelernt haben.
Bild: Die Türkei möchte nicht mehr Turkey heißen
1) Im Westen nichts Neues
Erich Maria Remarques Roman handelt vom Ersten Weltkrieg und nicht von Amokläufen an US-amerikanischen Schulen. Die Parallelen aber liegen auf der Hand. Junge Menschen sterben durch sinnlose Waffengewalt. Auch die Rhetorik der Verantwortlichen bleibt unverändert. Jedes Mal ist es eine „Tragödie“, getan wird nichts. Nach [1][dem Amoklauf in Uvalde] gab es am Dienstag wieder Schüsse an einer Schule, in New Orleans.
2) Die Türkei ist kein Truthahn
Türkei heißt auf Englisch Turkey, also Truthahn. Deswegen hat das Land bei den UN nun beantragt, in Zukunft Türkiye zu heißen. Aus Marketinggründen ist dieser Schritt nachvollziehbar. Wer möchte schon nach dem hässlichsten Vogel der Welt benannt sein? Im Oxford Dictionary wird Turkey zudem übersetzt mit einer einfältigen Person oder einer Sache, die scheitert. Mit [2][Recep Tayyip Erdoğan] hat das natürlich nichts zu tun.
3) Kroatien schafft Marder ab
Hand aufs Herz: Wer hätte auf Anhieb gewusst, wie die kroatische Währung heißt? Aktuell noch Kuna, was auf Deutsch Marder bedeutet. Ab nächstem Jahr kommt wohl der Euro. Die Europäische Kommission hat Kroatien nach einer abschließenden Überprüfung der Voraussetzungen grünes Licht für die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung gegeben. Das Land gehört seit 2013 der Europäischen Union an.
4) KitKat ist ungesund
Während einer Gesundheitsminister-Videokonferenz erlaubte sich die Hamburger Senatorin Melanie Leonhard, einen Schokoriegel der Marke KitKat zu sich zu nehmen. Das konnte Karl Lauterbach natürlich nicht stehen lassen und machte die Kollegin auf die umstrittenen Inhaltsstoffe (Zucker, Palmöl) aufmerksam. Bei der nächsten gemeinsamen Videoschalte sollen dann aus Solidarität mehrere Minister Süßigkeiten verspeist haben.
5) Beim Radeln nicht gähnen!
Zum Schluss aus aktuellem Anlass ein Tipp aus der Redaktion. Wahrscheinlich ist Ihnen beim Fahrradfahren auch schon mal ein Insekt in den Mund geflogen. Wenn es blöd läuft, ist dieses Insekt eine Wespe und sticht einem in die Zunge. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern gefährlich, kann in Sprachstörungen und einem mehrstündigen Krankenhausaufenthalt münden. Also Mund zu. Und dem Kollegen: Gute Besserung.
3 Jun 2022
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