taz.de -- Das Nordfriisk-Instituut in Bredstedt: Die Dialekt-Retter
Das Nordfriisk-Instituut in Bredstedt erforscht Dialekte, kulturelle Eigenheiten und âMentalitĂ€tâ der Friesen. Wobei sich die nur grob umreiĂen lĂ€sst.
Bild: Hat die Friesen endlich vereint: das Nordfriisk-Instituut in Bredstedt
Bredstedt taz | Es ist kaum zu glauben: Da sind sie schon so wenige, und dann leisten sie sich massig VarietĂ€ten: die Friesen, in Nord-, West- und Ostfriesen nur unzureichend unterteilt â wobei die in den Niederlanden lebenden 450.000 Westfriesen die gröĂte einheitliche Sprechergruppe bilden. WĂ€hrend Ostfriesisch ganz ausgestorben ist, hat jede nordfriesische Gegend ihren eigenen Dialekt: Amrum, Sylt, Helgoland, Föhr, die Halligen, das Festland.
Das ist auf den Inseln und im durch viele â einst schwer ĂŒberwindbare â Wasserströme gegliederten Marschland durchaus erklĂ€rlich. Und die Gemeinden im emslĂ€ndischen Saterland, [1][die das alte Ostfriesisch bewahrt haben], waren von Mooren umgeben und gleichfalls unzugĂ€nglich. Da gedeiht Sprache eigenstĂ€ndig und eigenwillig.
Erforscht wird das alles am [2][Nordfriisk-Instituut] in Bredstedt, dessen Leiter seit vier Jahren der gelernte ArchĂ€ologe Christoph Schmidt ist. Er setzt auf Erforschung und Beförderung der Sprache, âdenn das ist es, was die Friesen eint, darum sammeln sich die Friesen.â Obwohl es ein âHochnordfriesischâ, das alle mittragen wĂŒrden, nicht gibt, sondern nur besagte Dialekte. âWenn wir ein Buch auf Sylter Friesisch herausgeben, wird es auf dem Festland nicht gekauft und umgekehrtâ, sagt er.
Um möglichst vielen Facetten gerecht zu werden, hat das Institut in den letzten Jahren Wortbildungs-HandbĂŒcher mehrerer friesischer Dialekte herausgegeben, um der Sprache wiederzugeben, was ihr jahrhundertelang fehlte: die Verschriftlichung. Da Friesisch immer die Sprache der Fischer und Bauern, aber nie Kirchen- oder Amtssprache war â das waren [3][Platt]- oder Hochdeutsch â wurde es in Schulen nicht gelehrt. Die Sprecher*innen konnten ihre Sprache also weder schreiben noch lesen.
Friesische Literatur erst im 19. Jahrhundert
Erst im 19. Jahrhundert erschien erste Literatur auf Friesisch, begannen Wanderlehrer mit selbst geschriebenen LehrbĂŒchern umherzuziehen. Bis heute wĂŒrden Unterrichtsmaterialien aus KostengrĂŒnden von Lehrerinnen und Lehrern selber erstellt oder im Landesauftrag aus dem Plattdeutschen ĂŒbersetzt und von Ehrenamtlern korrigiert, sagt Schmidt.
Dabei hĂ€tten viele heutige junge Eltern das Friesisch nicht von ihren Eltern gelernt, denn in den 1960ern, 70ern und 80ern wurde davon abgeraten. Zweisprachigkeit galt als Gefahr, eine nicht hochdeutsche Muttersprache als potenzieller Makel. Das Interesse sei heute bei Eltern und Kindern aber grundsĂ€tzlich da, sagt Schmidt. âUm das in echte Nachfrage umzusetzen, brĂ€uchte man Angebote, die motivieren: hochwertiges Unterrichtsmaterial, vollwertigen Unterricht sowie Lehrerstunden, die nicht zulasten anderer FĂ€cher gehen.â
âBisher wird Friesisch fast ausschlieĂlich in Grundschulen gelehrt, und auch nicht kontinuierlich, sagt Schmidt. âDas zu Ă€ndern, ist ein Ziel meiner Lobbyarbeit in der Politik.â Auch das Nordfriisk-Instituut selbst bekommt erst seit zehn Jahren eine verstetigte Finanzierung durch Land und Bund. Heute firmiert es als An-Institut der Europa-UniversitĂ€t Flensburg, wo die Institutsmitarbeiter auch unterrichten.
Entstanden ist das Institut aus einem Verein, der sich 1948 grĂŒndete, um die Debatte um das Friesische zu versachlichen und sich vom Klischee des vom NS-Regime propagierten blonden, blauĂ€ugigen, âarischenâ Friesen zu befreien. Man versuchte, âdie ideologische Vereinnahmung der Friesen im Dritten Reich durch eine politisch wie national neutrale, streng wissenschaftliche Arbeit zu friesischer Sprache, Geschichte und Kultur zu ĂŒberwindenâ, steht auf der Homepage.
Erst seit zehn Jahren stabil finanziert
Geld fĂŒr ein Nordfriesisches Institut werde es aber nur geben, wenn die jahrhundertealte innerfriesische Spaltung in âDeutscheâ und âDĂ€nenâ ĂŒberwunden werde, sagten die Regierungen beider LĂ€nder, als junge Wissenschaftler darum ersuchten. âDas muss eine mĂŒhsame Pendeldiplomatie von Verein zu Verein gewesen seinâ, sagt Schmidt.
1965 schlieĂlich wurde das Institut eröffnet. Aus der Laienbewegung war eine wissenschaftliche Einrichtung geworden. âWobei wir die Balance halten mĂŒssen zwischen Elfenbeinturm und PopulĂ€rwissenschaft, denn wir mĂŒssen relevant bleiben fĂŒr die, die uns tragen â etwa fĂŒr den Verein mit rund 850 Mitgliedernâ, sagt Schmidt. Die jĂŒngst edierten sprachwissenschaftlichen BĂŒcher mĂŒssen daher auch fĂŒr Laien verstĂ€ndlich sein und heiĂen âGebrauchsgrammatikenâ.
Dabei sind es Pionierarbeiten. âDa haben sich Wissenschaftler mit Muttersprachlern getroffen, Tonaufnahmen gemacht, verschriftlicht und Aussprache und Grammatik mit Ă€lteren Vorlagen verglichenâ, sagt Schmidt. Und unter den Einsendungen des Institut-ErzĂ€hlwettbewerbs âFerteel iinjsen!â (âErzĂ€hl doch einmalâ), den der NDR zusammen mit dem Institut organisiere, seien immer wieder Dialekte, âvon denen wir glaubten, dass sie nur noch wenige und sehr alte Menschen sprechenâ, sagt Schmidt.
Auch im âFuturumâ, einer interaktiven Ausstellung im Institut, geht es bodenstĂ€ndig zu: Beim Karaoke kann man Friesisch ĂŒben, anderswo ertasten, aus welchen Materialien [4][FriesenhĂ€user] bestehen. Man kann aber auch in die 15.000 BĂ€nde fassende PrĂ€senzbibliothek oder ins Institutsarchiv gehen und die NachlĂ€sse nordfriesischer Forscher und Kulturschaffender sichten.
Wirtschaftsgeschichte im Miniformat bieten etwa die KoogsbĂŒcher aus dem 17. und 18. Jahrhundert â VerrechnungsbĂŒcher, in denen steht, wie viel man welchem Landarbeiter gezahlt hat, zu welchem Preis die eigenen Produkte auf dem Markt weggingen oder welche Tiere angeschafft wurden. Spannend auch die Unterlagen eines Vaters, der 1920, nach der Teilung Schleswigs, lange versuchte, ein Visum fĂŒr den Besuch bei seiner erwachsenen Tochter im nun dĂ€nischen Landesteil zu bekommen.
Friesische Migration war immer ein Thema
Wobei Aufbruch und Migration fĂŒr die Nordfriesen immer Thema war: Nach der [5][Sturmflut] von 1634, der âGroten ManndrĂ€nkeâ heuerten viele, die ihr Land verloren hatten, auf niederlĂ€ndischen Schiffen an. Auch im 19. und 20. Jahrhundert flohen etliche vor Armut, Weltwirtschaftskrise, dem NS-Regime, meist in die USA. Etliche blieben, einige kehrten zurĂŒck â wie jenes Ehepaar, das den âManhattanâ nach Föhr brachte. Dieser New Yorker Cocktail ist inzwischen Föhrer âNationalgetrĂ€nkâ. Nur wenige wissen noch, warum.
Umso interessierter sind die Nachfahren der USA-Auswanderer: âWir bekommen immer wieder Anfragen von Menschen, die uns fragen, ob wir etwas ĂŒber ihre Familie wissen oder sagen können, wer wann auf welchem Schiff ausgewandert istâ, berichtet Schmidt.
Oft kann das Institut helfen. Denn seit 1994 gibt es dort das Nordfriesische Auswanderer-Archiv mit Dokumenten zu rund 5.000 Ăbersee-Auswanderern aus Nordfriesland. âMan sieht, Friesen sind keineswegs so stur wie ihr Rufâ, sagt Schmidt. âIch habe den Eindruck, aus der Tradition der âfriesischen Freiheitâ, möglichst viele Dinge selber zu regeln, folgt ein gewisser Hang zur Anarchie. Der es manchmal nicht leicht macht, aber mir doch ziemlich sympathisch ist.â
18 Jul 2022
LINKS
[1] /Erhalt-der-Sprache-Saterfriesisch/!5834717
[2] https://www.nordfriiskinstituut.eu/
[3] /Niederdeutsch-im-Kommen/!5287076
[4] http://Arbeiten%20in%20der%20taz%20Abo%20Genossenschaft%20taz%20zahl%20ich%20Veranstaltungen%20Info%20Shop%20weitere%20Hilfe%20nord🐾thema%20:%20kulturzeit%20die%20verlagsseiten%20der%20taznord%20%E2%80%9EFriesische%20Frauen%20waren%20schon%20fr%C3%BCh%20emanzipiert%E2%80%9C%20Thomas%20Steensen,%20ehemaliger%20Leiter%20des%20Nordfriesischen%20Instituts%20in%20Bredstedt,%20hat%20ein%20neues%20Buch%20%C3%BCber%20%E2%80%9EDie%20Friesen%E2%80%9C%20verfasst.%20Dabei%20kennen%20und%20verstehen%20Ost-,%20West-%20und%20Nordfriesen%20einander%20kaum.%20Den%20Nazis%20wiederum%20galten%20sie%20allesamt%20als%20%E2%80%9EEdel%E2%80%9C-Germanen%20Ikone%20f%C3%BCr%20die%20Friesen%20und%20ihre%20Touristen:%20Leuchtturm%20von%20Wester%C2%ADhever%20Foto:%20Ulrich%20Perrey/dpa%20Interview%20Petra%20Schellen%20taz:%20Herr%20Steensen,%20Sie%20haben%20gerade%20ein%20Buch%20%C3%BCber%20die%20Friesen%20geschrieben.%20Gibt%20es%20%E2%80%9Eden%20Friesen%E2%80%9C%20%C3%BCberhaupt?%20%20Thomas%20Steensen:%20%C3%A2%C2%80%C2%9EDen%C3%A2%C2%80%C2%9C%20Friesen%20gibt%20es%20nicht,%20wohl%20aber%20die%20Friesen.%20Gemeinsam%20ist%20allen%20die%20Lage%20an%20der%20Nordsee,%20die%20ihre%20Kultur%20und%20Geschichte%20ma%C3%83%C2%9Fgeblich%20beeinflusst%20hat.%20Darum%20lautet%20der%20Untertitel%20des%20Buchs%20%C3%A2%C2%80%C2%9EMenschen%20am%20Meer%C3%A2%C2%80%C2%9C.%20Aber%20wir%20haben%20drei%20verschiedene%20Frieslande%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20Nord-%20und%20Ostfriesland%20hierzulande%20sowie%20Westfriesland%20in%20den%20Niederlanden.%20Entsprechend%20verschieden%20ist%20die%20jeweilige%20friesische%20Identit%C3%83%C2%A4t.%20%20Inwiefern?%20%20Bei%20den%20Westfriesen%20ist%20sie%20stark%20mit%20der%20Sprache%20verbunden.%20Dort%20sprechen%20vier%20F%C3%83%C2%BCnftel%20der%20Bewohner%20Friesisch,%20das%20einen%20sehr%20hohen%20Stellenwert%20hat:%20Vom%20Kriminalroman%20bis%20zum%20Sachbuch%20gibt%20es%20eine%20F%C3%83%C2%BClle%20friesischer%20Literatur.%20In%20Ostfriesland%20wiederum%20wird%20kein%20Friesisch%20mehr%20gesprochen.%20Dort%20definieren%20sich%20die%20Menschen%20%C3%83%C2%BCber%20%C3%A2%C2%80%C2%9Efriesische%20Freiheit%C3%A2%C2%80%C2%9C%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20die%20des%20Bauern%20etwa,%20der%20auf%20eigenem%20Grund%20und%20Boden%20waltet.%20Oder%20die%20des%20Seefahrers%20auf%20den%20Weltmeeren,%20der%20sich%20nicht%20befehlen%20l%C3%83%C2%A4sst.%20%20Was%20bedeutet%20%C3%A2%C2%80%C2%9Efriesische%20Freiheit%C3%A2%C2%80%C2%9C?%20%20Sie%20wurde%20den%20Friesen%20angeblich%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20aber%20das%20stimmt%20nicht%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20im%20Mittelalter%20von%20Karl%20dem%20Gro%C3%83%C2%9Fen%20verliehen%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20und%20darauf%20beruft%20man%20sich%20in%20Ostfriesland%20gern.%20F%C3%83%C2%BCr%20die%20nordfriesische%20Identit%C3%83%C2%A4t%20wiederum%20ist%20die%20Sprache%20essenziell%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20auch%20wenn%20sie%20nur%20noch%208.000%20bis%2010.000%20Menschen%20sprechen.%20Eine%20wichtige%20Rolle%20spielt%20auch%20die%20friesische%20Architektur,%20die%20eigenst%C3%83%C2%A4ndig%20und%20vielf%C3%83%C2%A4ltig%20ist.%20%20%C3%A2%C2%80%C2%9EDas%20Friesische%C3%A2%C2%80%C2%9C%20besteht%20allerdings%20aus%20etlichen%20Dialekten.%20%20Ja,%20da%20spricht%20man%20von%20drei%20Zweigen.%20Da%20ist%20einmal%20das%20Nordfriesische,%20das%20keine%20einheitliche%20Sprache%20ist,%20sondern%20aus%20verschiedenen%20Dialekten%20besteht.%20Das%20Ostfriesische%20ist%20im%20Kernland%20ausgestorben,%20wird%20aber%20als%20Saterfriesisch%20von%20etwa%202.000%20Menschen%20im%20Saterland%20gesprochen.%20Das%20Westfriesische%20ist%20relativ%20einheitlich.%20Diese%20drei%20sprachlichen%20Zweige%20haben%20sich%20stark%20auseinanderentwickelt,%20sodass%20es%20f%C3%83%C2%BCr%20einen%20Westfriesen%20schwer%20ist,%20einen%20Nordfriesen%20zu%20verstehen.%20%20Wie%20stark%20ist%20das%20Friesische%20vom%20Aussterben%20bedroht?%20%20Das%20kommt%20darauf%20an,%20was%20man%20unter%20%C3%A2%C2%80%C2%9EAussterben%C3%A2%C2%80%C2%9C%20versteht.%20Nehmen%20wir%20Nordfriesland:%20Friesisch%20als%20Umgangssprache%20ganzer%20D%C3%83%C2%B6rfer%20findet%20man%20am%20ehesten%20noch%20im%20Westen%20der%20Insel%20F%C3%83%C2%B6hr.%20Dort%20geh%C3%83%C2%B6rt%20es%20zum%20guten%20Ton,%20Friesisch%20zu%20sprechen,%20auch%20mit%20den%20Kindern.%20Dort%20wird%20es%20noch%20lange%20leben.%20Auch%20auf%20dem%20nordfriesischen%20Festland%20wird%20es%20noch%20lange%20leben%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20zwar%20nicht%20als%20Umgangssprache,%20aber%20in%20bestimmten%20Lebenssituationen.%20Junge%20Leute%20finden%20es%20teilweise%20schick,%20auf%20Whats-App%20friesische%20Nachrichten%20zu%20schreiben.%20%20In%20Ihrem%20Buch%20nennen%20Sie%20die%20mittelalterlichen%20Friesen%20%C3%A2%C2%80%C2%9ESeefahrer%20und%20Fernh%C3%83%C2%A4ndler%20par%20excellence%C3%A2%C2%80%C2%9C.%20Waren%20sie%20Vorreiter%20der%20Hanse?%20%20Das%20kann%20man%20durchaus%20sagen.%20Sie%20haben%20mit%20einem%20eigenen%20Schiffstyp%20Handel%20zwischen%20Nord-%20und%20Westeuropa%20betrieben,%20sind%20bis%20London%20und%20Gotland,%20sogar%20den%20Rhein%20bis%20Heidelberg%20hinaufgefahren.%20%20Wie%20wirkten%20sich%20die%20langen%20Abwesenheiten%20der%20Seefahrer%20auf%20die%20Rolle%20der%20Frauen%20aus?%20%20Das%20ist%20leider%20kaum%20erforscht.%20Chronik-Aufzeichnungen%20aus%20dem%2018.%20und%2019.%20Jahrhundert%20erw%C3%83%C2%A4hnen,%20dass%20sich%20die%20Frauen%20nach%20der%20R%C3%83%C2%BCckkehr%20ihrer%20M%C3%83%C2%A4nner%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20die%20von%20Fe%C3%82%C2%ADbruar%20bis%20Oktober%20auf%20Walfang%20gewesen%20waren%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20das%20Zepter%20nicht%20unbedingt%20wieder%20aus%20der%20Hand%20nehmen%20lie%C3%83%C2%9Fen.%20Man%20kann%20davon%20ausgehen,%20dass%20die%20Frauen%20auf%20den%20friesischen%20Inseln%20schon%20fr%C3%83%C2%BCh%20%C3%A2%C2%80%C2%9Eemanzipiert%C3%A2%C2%80%C2%9C%20und%20selbstbewusst%20waren.%20%20Wie%20viel%20Prozent%20der%20Friesen%20waren%20Seefahrer,%20wie%20viele%20Bauern?%20%20Genau%20l%C3%83%C2%A4sst%20sich%20das%20nicht%20sagen.%20Insgesamt%20gab%20es%20mehr%20Bauern%20als%20Seefahrer.%20Die%20Seefahrt%20war%20vor%20allem%20f%C3%83%C2%BCr%20Insel-%20und%20K%C3%83%C2%BCstenbewohner%20wichtig.%20Im%20Binnenland%20dominierte%20aber%20eher%20die%20Landwirtschaft.%20%20Die%20Krummh%C3%83%C2%B6rn%20bietet%20etliche%20Kirchen%20und%20wertvolle%20Orgeln.%20Wann%20war%20Friesland%20so%20reich?%20%20Im%20Mittelalter%20und%20in%20der%20fr%C3%83%C2%BChen%20Neuzeit.%20Da%20spielten%20die%20Bauern%20eine%20gro%C3%83%C2%9Fe%20Rolle,%20weil%20sie%20landwirtschaftliche%20Produkte%20aus%20den%20fruchtbaren%20Marschlanden%20in%20die%20St%C3%83%C2%A4dte%20liefern%20konnten.%20%20Die%20Bauern%20spendeten%20ausgerechnet%20Orgeln?%20%20Ja,%20denn%20einerseits%20war%20das%20ein%20Statussymbol.%20Andererseits%20waren%20die%20Bauern%20der%20zweiten%20Generation%20oft%20gebildet&%20man%20denke%20an%20den%20Begriff%20der%20%C3%A2%C2%80%C2%9Elateinischen%20Bauern%C3%A2%C2%80%C2%9C.%20Das%20geht%20darauf%20zur%C3%83%C2%BCck,%20dass%20die%20reichen%20Bauern%20ihre%20S%C3%83%C2%B6hne%20zum%20Studium%20schickten.%20Dann%20kamen%20sie%20zur%C3%83%C2%BCck%20in%20die%20Frieslande%20und%20%C3%83%C2%BCbernahmen%20den%20Hof.%20Von%20diesen%20gebildeten%20Bauern%20kann%20man%20sich%20durchaus%20vorstellen,%20dass%20sie%20auch%20musische%20Interessen%20hatten.%20%20Wann%20verfiel%20der%20Reichtum%20in%20Nord-%20und%20Ostfriesland?%20%20Was%20die%20Seefahrt%20angeht,%20gab%20es%20sicherlich%20Anfang%20des%2019.%20Jahrhunderts%20einen%20Schnitt.%20Einerseits%20h%C3%83%C2%B6rte%20der%20Walfang%20auf,%20weil%20die%20Walbest%C3%83%C2%A4nde%20dezimiert%20waren.%20Andererseits%20kam%20die%20Handelsfahrt,%20wie%20die%20gesamte%20Wirtschaft,%20durch%20die%20Kontinentalsperre%20der%20Napoleonischen%20Kriege%20zum%20Erliegen.%20Da%20gibt%20es%20regelrechte%20Not%20auf%20den%20friesischen%20Inseln.%20In%20der%20Folge%20sind%20besonders%20viele%20Menschen%20nach%20Amerika%20ausgewandert,%20zum%20Beispiel%20aus%20F%C3%83%C2%B6hr.%20Beendet%20wurde%20die%20Not%20dann%20mit%20Aufkommen%20des%20Fremdenverkehrs%20ab%20dem%2019.%20Jahrhundert.%20%20Sie%20erw%C3%83%C2%A4hnen%20auch%20die%20%C3%A2%C2%80%C2%9Edramatische%20Geschichte%20der%20Friesen%C3%A2%C2%80%C2%9C.%20Meinte%20Sie%20die%20Sturmfluten?%20%20Ja,%20die%20Sturmfluten%20bzw.%20%C3%A2%C2%80%C2%9EManndr%C3%83%C2%A4nken%C3%A2%C2%80%C2%9C%20geh%C3%83%C2%B6ren%20zu%20den%20gro%C3%83%C2%9Fen%20Naturkatastrophen%20der%20europ%C3%83%C2%A4ischen%20Geschichte,%20das%20macht%20man%20sich%20gar%20nicht%20so%20klar.%20Und%20dass%20da%20Zehntausende%20in%20einer%20Sturmflut-Nacht%20umkamen,%20hat%20die%20friesische%20Landschaft%20nat%C3%83%C2%BCrlich%20enorm%20gepr%C3%83%C2%A4gt.%20Da%20geht%20es%20ja%20nicht%20nur%20um%20den%20verheerenden%20Tod%20vieler%20Menschen,%20sondern%20auch%20um%20die%20Folgen.%20Um%20den%20%C3%83%C2%B6konomischen%20und%20kulturellen%20Niedergang,%20aber%20auch%20um%20Neuzuwanderung:%20Gro%C3%83%C2%9Fe%20Gebiete%20Nordfrieslands%20haben%20zum%20Beispiel%20Niederl%C3%83%C2%A4nder%20wieder%20eingedeicht,%20die%20dann%20dort%20blieben.%20%20Es%20gab%20mehrere%20schwere%20Sturmfluten.%20Wie%20stark%20hat%20es%20die%20Menschen%20gepr%C3%83%C2%A4gt,%20immer%20wieder%20einzudeichen?%20%20Sehr%20stark,%20und%20man%20ist%20stolz%20darauf.%20Ein%20Bauer%20sagte%20zu%20mir:%20%C3%A2%C2%80%C2%9EWir%20leben%20auf%20Land,%20das%20wir%20der%20Nordsee%20abgerungen%20haben.%20Gott%20schuf%20das%20Meer,%20der%20Friese%20die%20K%C3%83%C2%BCste.%C3%A2%C2%80%C2%9C%20Dieses%20Bewusstsein%20habe%20ich%20auf%20meinen%20Radtouren%20durch%20die%20Frieslande%20oft%20vorgefunden.%20Foto:%20privat%20%20Thomas%20Steensen%20%2068,%20Historiker,%20Politologe%20und%20Soziologe,%20war%20von%201992%20bis%202018%20Direktor%20des%20Nordfriesischen%20Instituts%20in%20Bredstedt.%20K%C3%83%C2%BCrzlich%20erschien%20im%20Wachholtz-Verlag%20sein%20Band%20%C3%A2%C2%80%C2%9EDie%20Friesen.%20Menschen%20am%20Meer%C3%A2%C2%80%C2%9C,%20280%20S.,%2020%20Euro.%20%20Bizarr,%20dass%20die%20Menschen%20diesen%20Kampf%20nicht%20leid%20wurden.%20%20Manch%20einer%20tat%20es%20ja:%20So%20einige%20Nordfriesen%20sind%20nach%20der%20Manndr%C3%83%C2%A4nke%20von%201634%20nach%20Amerika%20ausgewandert.%20Aber%20das%20waren%20Ausnahmen.%20Die%20meisten%20haben%20versucht,%20neu%20zu%20deichen.%20Dabei%20spielte%20sicher%20auch%20eine%20Rolle,%20dass%20ein%20bedeichter%20Koog%20fruchtbares%20Land%20bot,%20auf%20das%20man%20eine%20Existenz%20aufbauen%20konnte.%20%20Merkw%C3%83%C2%BCrdig,%20da%20zu%20wohnen,%20wo%20einst%20Tausende%20ertranken.%20%20Ja,%20aber%20in%20den%20letzten%20Jahrzehnten%20ist%20das%20Gef%C3%83%C2%BChl%20einer%20gr%C3%83%C2%B6%C3%83%C2%9Feren%20Sicherheit%20entstanden.%20Die%20Deiche%20sind%20heute%20acht%20bis%20neun%20Meter%20hoch%20und%20gelten%20als%20sicher.%20Aber%20auch%20wenn%20die%20Katastrophen%20von%20einst%20nicht%20mehr%20pr%C3%83%C2%A4sent%20sind:%20Nat%C3%83%C2%BCrlich%20ist%20es%20m%C3%83%C2%B6glich,%20dass%20so%20etwas%20wieder%20passiert%20und%20man%20dieses%20Land%20irgendwann%20aufgeben%20muss,%20wenn%20der%20Meeresspiegel%20weiter%20steigt.%20%20Sprechen%20wir%20%C3%83%C2%BCber%20die%20NS-Zeit:%20Die%20Friesen%20waren%20da%20recht%20anf%C3%83%C2%A4llig.%20%20In%20der%20Tat%20war%20die%20NSDAP%20schon%201932%20nicht%20nur%20in%20Dithmarschen,%20sondern%20auch%20in%20Nordfriesland%20sehr%20erfolgreich.%20Die%20Zustimmung%20etwa%20im%20Kreis%20S%C3%83%C2%BCdtondern%20lag%20bei%2073%20Prozent.%20Das%20ist%20enorm%20hoch.%20%20Wie%20ist%20das%20zu%20erkl%C3%83%C2%A4ren?%20%20Zum%20einen%20litten%20die%20Inseln%20Not,%20weil%20infolge%20der%20Weltwirtschaftskrise%20der%20Tourismus%20eingebrochen%20war.%20Auch%20die%20Bauern%20erlebten%20eine%20Krise.%20Zudem%20spielte%20die%20Sozialstruktur%20eine%20Rolle:%20Es%20gab%20in%20den%20Frieslanden%20kaum%20Industriearbeiter,%20sodass%20die%20SPD%20schwach%20war.%20Auch%20waren%20die%20friesischen%20Gebiete%20in%20der%20Regel%20evangelisch.%20Daher%20spielte%20die%20katholische%20Zentrumspartei,%20die%20in%20der%20Weimarer%20Republik%20ja%20relativ%20stabil%20blieb,%20keine%20Rolle.%20%20Hinzu%20kam%20die%20NS-Rassenideologie.%20%20Ja.%20Dass%20die%20Friesen%20die%20%C3%A2%C2%80%C2%9EEdelgermanen%C3%A2%C2%80%C2%9C%20sein%20sollten,%20mag%20sie%20dazu%20gebracht%20haben,%20diese%20Partei%20zu%20w%C3%83%C2%A4hlen.%20Auch%20mit%20dem%20Terminus%20%C3%A2%C2%80%C2%9EFreiheit%C3%A2%C2%80%C2%9C%20haben%20die%20Nationalsozialisten%20gespielt&%20ein%20Vorl%C3%83%C2%A4ufer%20der%20NSDAP%20im%20Norden%20hie%C3%83%C2%9F%20%C3%A2%C2%80%C2%9Enationalsozialistische%20Freiheitsbewegung%C3%A2%C2%80%C2%9C.%20Das%20meinte%20nat%C3%83%C2%BCrlich%20nicht%20die%20liberale,%20individuelle%20%C3%A2%C2%80%C2%93%20und%20schon%20gar%20nicht%20die%20%C3%A2%C2%80%C2%9Efriesische%20Freiheit%C3%A2%C2%80%C2%9C.%20Aber%20das%20ist%20m%C3%83%C2%B6glicherweise%20von%20vielen%20falsch%20verstanden%20worden.%20%20%20%20%20%20taz.am%20Wochenende%20%20%20%20%20%20vom%2029.%C3%A2%C2%80%C2%898.%C3%A2%C2%80%C2%892020%20%20%20%20%20%20nord%20%20%20%20%20%20S.%C3%A2%C2%80%C2%8961%20ePaper%2047%20Nord%20%20Petra%20Schellen%20Redakteurin%20Themen%20%20%20%20%20%20B%C3%83%C2%BCcher%20/%20Buchrezensionen%20/%20Buchverlage%20KU0402%20%20%20%20%20%208063%20Zeichen%20~%20ca.%20269%20Zeilen%20%20%20%20%20%20PDF%20%20%20%20%20%20Ausgabe%2012325%20%20im%20taz-Archiv%20suchen%20%20Text%20%20X%20%20AutorIn%20Erweitert%20%20Titel%20%20Publikation%20%20Von%20%20bis%20%20Nur%20Wochenende%20%20Artikel%20aus%20%20Schlagwort%20%20L%C3%83%C2%A4nge%20Experten%20%20Thesaurus%20%20Art%20%20Print-Ressort%20%20Quelle%20%20Sortierung%20nach%20Login%20zur%20Archivsuche%20%20E-Mail%20%20Passwort%20Nachdruckrechte%20%20Wollen%20Sie%20taz-Texte%20im%20Netz%20ver%C3%83%C2%B6ffentlichen%20oder%20nachdrucken?%20Wenden%20Sie%20sich%20bitte%20an%20die%20Abteilung%20Syndikation:%20lizenzen@taz.de.%20KONTAKT%20TAZ%20ARCHIV-RECHERCHE-INFORMATION%20%20Friedrichstra%C3%83%C2%9Fe%2021%20%2010969%20Berlin%20%20Mail:%20archiv@taz.de%20%20Telefon:%20030%20-%20259%2002%20204%20%20%20%20%20%20taz%20%20%20%20%20%20%20%20%20Themen%20%20%20%20%20%20%20%20%20Politik%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Deutschland%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Europa%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Amerika%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Afrika%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Asien%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Nahost%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Netzpolitik%20%20%20%20%20%20%20%20%20%C3%83%C2%96ko%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%C3%83%C2%96konomie%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%C3%83%C2%96kologie%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Arbeit%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Konsum%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Verkehr%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Wissenschaft%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Netz%C3%83%C2%B6konomie%20%20%20%20%20%20%20%20%20Gesellschaft%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Alltag%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Reportage%20und%20Recherche%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Debatte%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Kolumnen%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Medien%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Bildung%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Gesundheit%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Reise%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Podcasts%20%20%20%20%20%20%20%20%20Kultur%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Musik%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Film%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20K%C3%83%C2%BCnste%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Buch%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Netzkultur%20%20%20%20%20%20%20%20%20Sport%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Fu%C3%83%C2%9Fball%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Kolumnen%20%20%20%20%20%20%20%20%20Berlin%20%20%20%20%20%20%20%20%20Nord%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Hamburg%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Bremen%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20Kultur%20%20%20%20%20%20%20%20%20Wahrheit%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20bei%20Tom%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%C3%83%C2%BCber%20die%20Wahrheit%20%20%20%20%20%20%20%20%20Arbeiten%20in%20der%20taz%20%20%20%20%20%20%20%20%20Abo%20%20%20%20%20%20%20%20%20Genossenschaft%20%20%20%20%20%20%20%20%20taz%20zahl%20ich%20%20%20%20%20%20%20%20%20Veranstaltungen%20%20%20%20%20%20%20%20%20Info%20%20%20%20%20%20%20%20%20Shop%20%20%20%20%20%20%20%20%20Anzeigen%20%20%20%20%20%20%20%20%20taz%20FUTURZWEI%20%20%20%20%20%20%20%20%20taz%20lab%202022%20%20%20%20%20%20%20%20%20taz%20Talk%20%20%20%20%20%20%20%20%20taz%20wird%20neu%20%20%20%20%20%20%20%20%20taz%20in%20der%20Kritik%20%20%20%20%20%20%20%20%20taz%20am%20Wochenende%20%20%20%20%20%20%20%20%20Blogs%20&%20Hausblog%20%20%20%20%20%20%20%20%20LE%20MONDE%20diplomatique%20%20%20%20%20%20%20%20%20Thema%20%20%20%20%20%20%20%20%20Panter%20Stiftung%20%20%20%20%20%20%20%20%20Panter%20Preis%20%20%20%20%20%20%20%20%20Recherchefonds%20Ausland%20%20%20%20%20%20%20%20%20Reisen%20in%20die%20Zivilgesellschaft%20%20%20%20%20%20%20%20%20Christian%20Specht%20%20%20%20%20%20%20%20%20e-Kiosk%20%20%20%20%20%20%20%20%20Salon%20%20%20%20%20%20%20%20%20Kantine%20%20%20%20%20%20%20%20%20Archiv%20%20%20%20%20%20%20%20%20Hilfe%20%20%20%20%20%20%20%20%20Hilfe%20%20%20%20%20%20%20%20%20Kontakt%20%20%20%20%20%20%20%20%20Impressum%20%20%20%20%20%20%20%20%20Redaktionsstatut%20%20%20%20%20%20%20%20%20Datenschutz%20%20%20%20%20%20%20%20%20RSS%20%20%20%20%20%20%20%20%20Newsletter%20%20%20%20%20%20%20%20%20Informant%20%20Alle%20Rechte%20vorbehalten.%20F%C3%83%C2%BCr%20Fragen%20zu%20Rechten%20oder%20Genehmigungen%20wenden%20Sie%20sich%20bitte%20an%20lizenzen@taz.de%20zur%20mobilen%20Ansicht%20wechseln%20%20%20%20%20%20Archiv%20%20%20%20%20%20taz
[5] /Deichbau-und-Groessenwahn/!5040553
AUTOREN
Petra Schellen
Ostfriesland
Nordfriesland
Plattdeutsch
Sprache
Dialekt
Ostfriesland
Minderheitenrechte
Schwerpunkt Stadtland
Plattdeutsch
Schwerpunkt Klimawandel
Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2022
LesestĂŒck Recherche und Reportage
ARTIKEL ZUM THEMA
Gedenken an die friesische Freiheit: Als in der Wesermarsch das Blut der Bauern floss
FriesenverbĂ€nde erinnern an die Butjadinger Bauernrepublik. Wer heute von âfriesischer Freiheitâ spricht, muss auch von braunen Schatten erzĂ€hlen.
Neuer Film âAmrumâ von Fatih Akin: Nuurdfresk as en spriak! (Nordfriesisch ist eine Sprache)
In âAmrumâ wird auch Nordfriesisch gesprochen. Damit rĂŒckt der Film eine Minderheitensprache ins Zentrum, die in Deutschland gerne ĂŒberhört wird.
Plattdeutscher Liedermacher: âIch mochte den Sound nichtâ
Helmut Debus musste die Sprache, in der er seine Lieder singt, erst entdecken. Platt hat fĂŒr ihn nichts mit GemĂŒtlichkeit und Heimatverein zu tun.
Regionalsprachen in Schulen: Löppt in de School
Regionalsprachen wie Niederdeutsch waren jahrelang an Schulen verboten. Jetzt wird âPlattdĂŒĂŒtschâ im Norden teilweise als Abiturfach unterrichtet.
UmweltverbÀnde ziehen vor Gericht: Klage gegen Nordsee-Gasbohrungen
Ein niederlĂ€ndisches Unternehmen will kurz vor der Insel Borkum Gas fördern. Dagegen hat sich ein KlagebĂŒndnis formiert.
Wahl in Schleswig-Holstein: Siegen auf DĂ€nisch
Der SĂŒdschleswigsche WĂ€hlerverband (SSW) holt sein bestes Ergebnis seit 1947. Das liegt vor allem an seinem Bundestagsabgeordneten Stefan Seidler.
Klima wandelt sich, Gesellschaft auch: Abschied von Sylt
Die Insel wird verschwinden, wenn der Meeresspiegel steigt. Das alte Sylt ist lÀngst untergegangen, mit ihm das Aufstiegsversprechen der alten BRD.