taz.de -- Liebeserklärung an einen Bahnhof: Das Tor zu einer besseren Welt
Unser Autor liebt den Bahnhof Brenner. Er liegt zwischen Nord- und Südtirol und damit zwischen Österreich und Italien.
Bild: Der Bahnhof „Brenner“ ist ein Herzensort, auch wenn er einen neuen Anstrich vertragen könnte
Mindestens einmal im Jahr fahren wir [1][über den Brenner], einmal hin und – leider, wobei zu Hause ist es auch ganz schön – wieder zurück.
Wir fahren mit dem Zug, und wenn wir auf dem Hinweg – auf dem Rückweg ist es anders – am Brenner stehen, weil die Lok der DB gegen eine der ÖBB oder eine von Trenitalia gewechselt wird, ist das der Moment, an dem dieser stets etwas düstere Bahnhof, der mal wieder einen Anstrich vertragen könnte – oder eben gerade nicht –, ein Herzensort ist.
Einer, an dem noch alles vorausliegt; alles Schöne, alle Berge, die wir erklimmen oder nur betrachten, jeder Sauvignon in der Dorfbar, jedes Aufwachen und jedes Einschlafen, alle Knödel, jeder Schmarrn, Südtirol.
Hinter dem Brenner, so hieß es auf unseren Fahrten seit jeher, scheine die italienische Sonne. Und das stimmte immer, auch wenn es mal nicht so war. Wenn die Lok gewechselt ist, geht es weiter. Ist der Zug vorher schwerfällig der Passhöhe entgegengeruckelt, gleitet er jetzt federleicht hinab. In eine bessere Welt. Und jedes Mal denken wir: Das ist der schönste Moment der Reise.
2 May 2023
LINKS
[1] /Bergwandertour-auf-Korsika/!5756724
AUTOREN
TAGS
ARTIKEL ZUM THEMA
Brand in Tiroler Bahntunnel: 151 Passagiere aus Zug evakuiert
Bei einem Zugbrand im österreichischen Bundesland Tirol sind mehr als 30 Zugreisende leicht verletzt worden. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen.
Hundemitnahme in Zügen: Bahn fahren mit Hund ist der Hammer
Wer schon mal versucht hat, ein Hundeticket für die Bahn zu kaufen, weiß, wo Tierliebe aufhört. Bald soll es besser werden, hofft unsere Autorin.
Reisen im Kopf: „Freie Bahn der Bahn“
Heute kann jeder Bahnverbindungen im Netz schnell finden. Früher gab es dafür sehr dicke Kursbücher. Unser Autor reist mit einem im Lehnstuhl.
Autor Jaroslav Rudiš über das Zugfahren: „Es gibt eine Eisenbahngöttin“
Der Schriftsteller Jaroslav Rudiš ist ein Eisenbahnmensch. Ein Gespräch über zerplatzte Träume und das große Glück, mit dem Zug unterwegs zu sein.