taz.de -- +++ Nachrichten zum Nahost-Krieg +++: Rakete trifft Klinik in Gaza

Durch den Beschuss einer Klinik in Gaza-Stadt sind offenbar hunderte Menschen gestorben. Hamas und Israel machen sich gegenseitig verantwortlich. Kanzler-Maschine in Tel Aviv evakuiert.

Bild: Verletzte werden am Abend in Gaza abtransportiert

Hunderte Tote in Gaza nach Raketentreffer auf Klinik

Durch einen Raketen-Treffer auf eine Klinik in Gaza-Stadt sind offenbar hunderte Menschen ums Leben gekommen. Hamas und Israel machen sich gegenseitig fĂŒr die Rakete verantwortlicht. Der örtliche Leiter des Zivilschutzes sprach am Dienstagabend im Sender Al Dschasira von mindestens 300 Personen, die bei dem Beschuss einer Klinik ums Leben gekommen seien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mindestens 500 Menschen getötet oder verletzt. Beide Behörden unterstehen der von der Hamas gefĂŒhrten Regierung.

Israel bestritt, etwas mit der Explosion zu tun zu haben. Diese sei vielmehr auf eine fehlgeleitete palĂ€stinensische Rakete zurĂŒckzufĂŒhren. „Nach den Informationen der Geheimdienste, die auf mehreren uns vorliegenden Quellen basieren, ist der Islamische Dschihad fĂŒr einen fehlgeschlagenen Raketenangriff verantwortlich, der das Krankenhaus getroffen hat“, hieß es in einer am Dienstagabend verbreiteten Mitteilung der Armee.

Weiter erklĂ€rte die Armee, eine Analyse der operativen Systeme weise darauf hin, dass „eine Raketensalve von Terroristen in Gaza abgefeuert wurde, die in unmittelbarer NĂ€he des Ahli-Krankenhauses vorbeizog, als dieses getroffen wurde“.

Zuvor hatte die im Gazastreifen herrschende Hamas Israel fĂŒr den Angriff verantwortlich gemacht.

PalĂ€stinenser-PrĂ€sident Mahmud Abbas sprach am Abend von einem „entsetzlichem Verbrechen, einem Völkermord“. DafĂŒr trĂŒgen auch die LĂ€nder Verantwortung, die Israel unterstĂŒtzten. Abbas sagte nach Angaben aus Kreisen der PalĂ€stinenser wegen des Angriffs zudem ein geplantes Treffen mit US-PrĂ€sident Joe Biden ab. Biden und Abbas wollten sich am Mittwoch in Jordanien treffen. Abbas sei nun aber nach Ramallah zu seinem Regierungssitz im besetzten Westjordanland zurĂŒckgekehrt.

Die Hamas erklÀrte, bei dem Bombardement seien vor allem Menschen getötet worden, die durch die israelischen Bombardierungen obdachlos geworden seien. Unter den Toten seien auch Kranke, Frauen und Kinder.

Zahlreiche LĂ€nder wie der Iran, Ägypten, Jordanien, Katar und die TĂŒrkei sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verurteilten den Angriff auf das SchĂ€rfste. Der kanadische MinisterprĂ€sident Justin Trudeau bezeichnete den Beschuss einer Klinik als „entsetzlich und absolut inakzeptabel“. (rtr/ap/afp/taz)

Scholz' Delegation musste wegen Raketenalarms Flugzeug verlassen

Die Delegation von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Dienstagabend vor dem Abflug von Tel Aviv nach Kairo wegen eines Raketenalarms schlagartig das Flugzeug verlassen mĂŒssen. Scholz wurde mit einem Auto in ein GebĂ€ude gefahren, die anderen Passagiere wurden aufgefordert, sich auf dem Flugfeld auf den Boden zu legen. Es wurden zwei Flugabwehrraketen abgefeuert, die auf dem Flugfeld deutlich zu hören waren.

Nach wenigen Minuten konnten die Passagiere wieder in das Flugzeug steigen. Am spÀten Abend flog die Maschine mit Scholz und der Delegation Richtung Kairo ab. (dpa)

đŸŸ Scholz und Biden besuchen Israel: Zwischen SolidaritĂ€t und Diplomatie

Israel hat das Recht sich zu wehren, betont Kanzler Olaf Scholz in Tel Aviv. US-PrÀsident Biden wÀhlt mahnende Worte vor seinem Besuch am Mittwoch, [1][berichten Anna Lehmann und Bernd Pickert.] (taz)

Hoher Hamas-Kommandeur bei Luftangriff getötet

Israelische StreitkrÀfte haben nach Hamas-Angaben einen Spitzenkommandeur der militant-islamistischen Gruppe getötet. Ajman Nofal, der auch unter dem Namen Abu Mohammed bekannt war, sei am Dienstag bei einem Luftangriff auf das Lager Bureidsch im Zentrum des Gazastreifens ums Leben gekommen, teilte der militÀrische Arm der Hamas mit. (ap)

Scholz zu SolidaritÀtsbesuch in Israel eingetroffen

Zehn Tage nach dem verheerenden Terrorangriff der Hamas ist Bundeskanzler Olaf Scholz am Nachmittag zu einem SolidaritÀtsbesuch in Israel eingetroffen. Der SPD-Politiker will in Tel Aviv mit MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu und mit Angehörigen deutscher Geiseln der Hamas sprechen. (dpa)

Berliner Polizei verbietet weitere Versammlungen

Die Berliner Polizei hat im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt weitere Pro-PalĂ€stina-Demonstrationen verboten. Zur BegrĂŒndung verwies sie am Dienstag wie in den Vortagen auf die unmittelbar bestehende Gefahr volksverhetzender, antisemitischer Ausrufe, von Gewaltverherrlichungen, Gewaltbereitschaft und GewalttĂ€tigkeiten. Konkret geht es um einen Demonstrationszug am Mittwoch vom Richardplatz in Neukölln zum Kottbusser Tor in Kreuzberg und eine Kundgebung am Donnerstag am Potsdamer Platz.

Weiter hieß es, auch die DurchfĂŒhrung jeder Ersatzveranstaltung sei bis zum 27. Oktober in Berlin verboten. Die Verbote erfolgten laut Polizei nach Bewertung aller UmstĂ€nde und nach AbwĂ€gung sĂ€mtlicher Interessen wie dem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. (epd)

2.000 US-Soldaten in Alarmbereitschaft

Die USA haben etwa 2.000 Soldaten in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt. Es sei noch keine Entscheidung getroffen worden, ob sie auch entsandt wĂŒrden, teilt das US-Verteidigungsministerium mit. Der FlugzeugtrĂ€ger Gerald R. Ford – kurz vor Ende seiner sechsmonatigen Entsendung in der Region Europa und Naher Osten – bleibe lĂ€nger im Einsatz. (rtr)

Jordanien plant Gipfel mit Biden und Abbas

Jordanien wird Staatsmedien zufolge am Mittwoch einen Vierer-Gipfel ausrichten, zu dem US-PrĂ€sident Joe Biden erwartet wird. Auch der PrĂ€sident von Ägypten, Abdel Fattah al-Sissi, und PalĂ€stinenser-PrĂ€sident Mahmud Abbas wĂŒrden teilnehmen, um ĂŒber die „gefĂ€hrlichen Auswirkungen“ des Gaza-Krieges auf die gesamte Region zu beraten und eine politische Lösung fĂŒr den Konflikt zu finden, heißt es in den staatlichen Medien. (rtr)

TĂŒrkei verhandelt mit der Hamas ĂŒber Geiseln

Die TĂŒrkei ist nach eigenen Angaben in GesprĂ€chen mit der radikal-islamischen PalĂ€stinenser-Gruppe Hamas ĂŒber die Freilassung verschleppter AuslĂ€nder, Zivilisten und Kinder. „Viele LĂ€nder“ hĂ€tten Anfragen an die TĂŒrkei gerichtet, um eine Freilassung ihrer von der Hamas festgehaltenen StaatsbĂŒrger zu erreichen, sagt Außenminister Hakan Fidan bei einem Besuch im Libanon. (rtr)

Niederlande geben zusĂ€tzliche Hilfe fĂŒr Gaza

Die Niederlande wollen die PalĂ€stinenser im Gazastreifen mit zehn Millionen Euro an zusĂ€tzlicher Hilfe unterstĂŒtzen. Das kĂŒndigt das Außenhandels- und Entwicklungsministerium der Nachrichtenagentur ANP zufolge an. (rtr)

Ägypten lĂ€dt zu Gipelftreen am Samstag

Ägypten wird am Samstag ein Gipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs ausrichten, um ĂŒber den Konflikt zwischen Israel und der Hamas zu beraten. Das teilt der tĂŒrkische Außenminister Hakan Fidan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem libanesischen Amtskollegen Abdallah Bou Habib in Beirut mit. (rtr)

đŸŸ Völkerrechtler zum Krieg im Nahen Osten: „MĂŒssen RechtsverstĂ¶ĂŸe benennen“

Der Terror der Hamas erlaubt es Israel nicht, mit gleichsam illegalen Mitteln zu antworten, [2][sagt der Völkerrechtler Wolff Heintschel von Heinegg im Interview mit taz-Redakteur Bernd Pickert].

Jordanien nimmt keine palĂ€stinensischer FlĂŒchtlinge auf

Jordanien ist nach Angaben von König Abdullah II. nicht bereit, weitere palĂ€stinensische FlĂŒchtlinge aufzunehmen. Das sei „eine rote Linie“, sagte Abdullah am Dienstag nach einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin. „Keine FlĂŒchtlinge in Jordanien, keine FlĂŒchtlinge in Ägypten“, sagte er. Hier könne er auch fĂŒr das andere Nachbarland Israels sprechen.

Der Konflikt zwischen der islamistischen Hamas und Israel dĂŒrfe nicht auf den Schultern anderer ausgetragen werden, sagte Abdullah weiter. Zugleich betonte er die Wichtigkeit humanitĂ€rer Hilfe. Zivilisten mĂŒssten in dem Konflikt geschĂŒtzt werden, egal welcher Religion oder NationalitĂ€t sie seien. (dpa)

Israel warnt vor antisemitischen Angriffen weltweit

Israels PrĂ€sident Izchak Herzog hat angesichts des Massakers der islamistischen Hamas und israelischen Gegenangriffen vor einer Zunahme von antisemitischen Attacken gewarnt. „Wir sind in höchster Alarmbereitschaft angesichts des weltweit zunehmenden Antisemitismus“, sagte Herzog am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. JĂŒdische Gemeinden mĂŒssten „noch mehr geschĂŒtzt werden“. Es gebe eine Koalition des „Hasses und des Bösen“, bestehend aus dem Iran und der Hamas, der libanesischen Hisbollah-Miliz und anderen Gruppierungen, die versuchten, „die extremen Elemente der muslimischen Gemeinschaft aufzustacheln“ und in sozialen Medien sowie auf den Straßen Hass zu schĂŒren. (dpa)

HÀlfte der Zivilbevölkerung des Gazastreifens auf der Flucht

Fast die HĂ€lfte der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens ist nach SchĂ€tzung des UN-NothilfebĂŒros (OCHA) inzwischen auf der Flucht. Rund eine Million Menschen hĂ€tten ihre Wohnungen bis Montagabend verlassen, teilte OCHA in der Nacht zu Dienstag mit.

Viele Zufluchtsmöglichkeiten haben sie demnach nicht, weil der nur rund 40 Kilometer lange KĂŒstenstreifen vollstĂ€ndig abgeriegelt ist. Ein Drittel der Menschen habe Zuflucht in GebĂ€uden des UN-Hilfswerk fĂŒr PalĂ€stinenser (UNRWA) gesucht, hieß es. Andere kampierten im Freien oder seien bei Freunden und Verwandten im SĂŒden des Gebiets untergekommen.

KrankenhĂ€user seien mangels Strom und inzwischen auch Treibstoff fĂŒr Generatoren „am Rande des Zusammenbruchs“, wie das BĂŒro berichtete. Das Leben Tausender Patienten sei in Gefahr. Israel liefere zwar wieder Wasser, aber nur vier Prozent der Menge, die im Gazastreifen gebraucht werde. Es drohten KrankheitsausbrĂŒche. (dpa)

Scholz und Jordaniens König: Zivilisten mĂŒssen versorgt sein

Bundeskanzler Olaf Scholz und der jordanische König Abdullah haben eine Versorgung der Zivilisten im abgeriegelten Gazastreifen gefordert. Deutschland werde seine Hilfe fortsetzen, sagt Scholz und verweist auf die Versorgung mit Wasser, Nahrung und Medikamenten. „Es ist wichtig zu differenzieren: Die PalĂ€stinenser sind nicht Hamas“, sagt Scholz. „Die Hamas hat kein Recht fĂŒr sie zu sprechen. Die Bevölkerung ist ebenfalls Opfer der Hamas.“ Der jordanische König verurteilt Angriffe auf Zivilisten auf beiden Seiten.

Scholz hat nach einem Treffen mit dem Treffen mit dem König Abdullah gefordert, einen FlĂ€chenbrand in der Region zu verhindern. „Ich warne die Hisbollah und Iran ausdrĂŒcklich, in den Konflikt einzugreifen“, sagt Scholz.

Scholz fliegt nach dem Treffen weiter nach Tel Aviv und Kairo. (rtr/taz)

49 Tote bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen

Bei neuen israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen sind nach palÀstinensischen Angaben in der Nacht mindestens 49 Menschen getötet worden. Es seien WohnhÀuser in Chan Junis und Rafah getrofffen worden, teilt das Innenministerium im von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifen mit. (rtr)

Erste US-BĂŒrger mit Kreuzfahrtschiff nach Zypern evakuiert

Erste aus Israel evakuierte US-BĂŒrger sind am Morgen mit einem Kreuzfahrtschiff in Zypern angekommen. Etwa 159 Personen befanden sich an Bord der „Rhapsody of the Seas“, die von Haifa kommend in den Hafen von Limassol einlief. Ein zyprischer Regierungsvertreter kĂŒndigte im Fernsehen an, dass in den nĂ€chsten zwölf Stunden weitere von den USA organisierte Evakuierungsschiffe erwartet wĂŒrden. Zypern ist seit der Eskalation im Nahost-Konflikt nach dem Überfall der radikal-islamischen Hamas auf Israel zum Drehkreuz fĂŒr Evakuierungen aus Israel geworden. (rtr)

Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat gescheitert

Der [3][UN-Sicherheitsrat] hat einen russischen Resolutionsentwurf zum Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas abgelehnt. Nur fĂŒnf LĂ€nder, unter ihnen Russland und China, stimmten am Montag (Ortszeit) bei einer Sitzung des höchsten UN-Gremiums in New York fĂŒr die Vorlage. Die stĂ€ndigen Ratsmitglieder USA, Frankreich und Großbritannien sowie Japan votierten dagegen. Brasilien, das derzeit den Vorsitz im höchsten UN-Gremium innehat, und fĂŒnf weitere LĂ€nder enthielten sich. Über einen von Brasilien eingebrachten Resolutionsentwurf soll nach Angaben von Diplomaten am Dienstagabend (Ortszeit) abgestimmt werden.

Russland forderte in seinem am Freitag vorgelegten Entwurf eine sofortige „humanitĂ€re Waffenruhe“ und „ungehinderten“ humanitĂ€ren Zugang zum Gazastreifen. Gewalt und Kampfhandlungen, die sich gegen Zivilisten richten, sowie „alle Terrorakte“ werden scharf verurteilt. Die radikalislamische Hamas wird in den Papier aber nicht direkt erwĂ€hnt. In dem von Brasilien vorgelegten Entwurf werden dagegen ausdrĂŒcklich „abscheuliche Terrorangriffe der Hamas“ verurteilt.

Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensia, sagte am Montag, trotz des Scheiterns habe Moskaus Resolution dazu beigetragen, „dass im Sicherheitsrat eine umfassende Diskussion ĂŒber dieses Thema in Gang gekommen ist“. Die britische UN-Botschafterin Barbara Woodward warf Russland hingegen vor, keinen ernsthaften Versuch unternommen zu haben, um einen Konsens zu finden. „Wir können eine Resolution nicht unterstĂŒtzen, in der die TerroranschlĂ€ge der Hamas nicht verurteilt werden“, fĂŒgte sie hinzu.

Der israelische Botschafter bei der UNO, Gilad Erdan, rief den Sicherheitsrat auf, „den Kampf fĂŒr die Zivilisation zu unterstĂŒtzen“ und „die Hamas als die mörderische Terrororganisation zu bezeichnen, die sie ist“.

Der UN-Botschafter der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde, Rijad Mansur, forderte eine Verurteilung der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen. „Was in Gaza geschieht, ist kein MilitĂ€reinsatz“, sagte er. „Es sind Massaker an unschuldigen Zivilisten.“ (afp)

Irans Außenminister warnt vor „prĂ€ventiven Schritten“

Angesichts der erwarteten Bodenoffensive Israels gegen die von [4][Teheran gestĂŒtzte Hamas] im Gazastreifen hat Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian vor „prĂ€ventiven Schritten“ gewarnt. Israel „kann in Gaza nicht tun, was es will und sich dann andere Widerstandsgruppen vorknöpfen, nachdem es mit Gaza fertig ist“, sagte Amirabdollahian am Montagabend (Ortszeit) im iranischen Staatsfernsehen. „Daher sind jegliche prĂ€ventive Schritte in den kommenden Stunden möglich“. Was genau er damit meinte, ließ er offen.

Sollten die Vereinten Nationen und die politischen Akteure das „begrenzte und extrem enge Gelegenheitsfenster“ in den kommenden Stunden nicht nutzen, sei „die Öffnung neuer Fronten gegen das zionistische Regime unvermeidlich“, ergĂ€nzte Irans Chefdiplomat. (ap)

USA und Israel entwickeln Plan fĂŒr humanitĂ€re Hilfe in Gaza

Die USA und Israel wollen nach Angaben von US-Außenminister Antony Blinken gemeinsam eine Strategie fĂŒr humanitĂ€re Hilfe im Gazastreifen entwickeln. Es gehe darum, „Zivilisten in Gaza und nur sie allein zu erreichen“, sagte Blinken am Montagabend auf einer Pressekonferenz in Tel Aviv. Angesichts der israelischen MilitĂ€rschlĂ€ge gegen die islamistische Hamas in dem KĂŒstenstreifen sollen demnach auch Sicherheitszonen fĂŒr Zivilisten geschaffen werden. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Hilfe so schnell wie möglich nach Gaza fließt“, sagte Blinken.

Die US-Regierung begrĂŒĂŸe die Zusage Israels, eine Strategie fĂŒr humanitĂ€re Hilfe zu erarbeiten, hieß es. Die Vereinbarung sei eine Bedingung fĂŒr die AnkĂŒndigung des Besuchs von US-PrĂ€sident Joe Biden gewesen, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf zwei Regierungsbeamte. Weitere Details wĂŒrden dann in dem fĂŒr Mittwoch geplanten Treffen zwischen Biden und Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu geklĂ€rt, sagte Blinken.

Angesichts der Gewalteskalation im Nahen Osten will Biden am Mittwoch Israel und das Nachbarland Jordanien besuchen, um dort mit dem palĂ€stinensischen PrĂ€sidenten Mahmud Abbas, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und dem jordanischen König Abdullah II. zusammenzukommen. (dpa)

Bundeskanzler Scholz fliegt nach Israel und Äpypten

[5][Noch zuvor wird am Dienstag Bundeskanzler Olaf Scholz als erster Regierungschef nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas nach Israel reisen]. In Tel Aviv will er den israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu treffen und mit Angehörigen von Geiseln der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas zusammenkommen. Scholz will sich ĂŒber die Lage im Kriegsgebiet informieren, aber auch darĂŒber sprechen, wie ein FlĂ€chenbrand in der Region verhindert werden kann. Am Abend reist er weiter nach Ägypten.

Noch vor seinem Abflug in den Nahen Osten wollte Scholz in Berlin den jordanischen König empfangen. (dpa/rtr/taz)

Hochrangiger US-General in Israel

Der oberste US-General der amerikanischen StreitkrĂ€fte im Nahen Osten, Michael Kurilla, fliegt ohne offizielle VorankĂŒndigung nach Israel. „Ich bin hier, um sicherzustellen, dass Israel alles hat, was es braucht, um sich zu verteidigen, insbesondere um eine Ausweitung des Konflikts durch andere Parteien zu verhindern“, sagte Kurilla der Nachrichtenagentur Reuters kurz vor der Landung. Es ist der jĂŒngste Besuch eines hochrangigen US-Beamten in Israel im Vorfeld eines erwarteten Bodenangriffs der israelischen Armee auf den Gazastreifen. Die Reise findet einen Tag vor dem geplanten Besuch von US-PrĂ€sident Joe Biden in Israel statt. (rtr)

17 Oct 2023

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