taz.de -- Energiewende: Knapp 600.000 neue Batteriespeicher
Die Stromproduktion von Windrädern und Solaranlagen ist wetterabhängig und daher nicht gleichmäßig. Ausgleich schaffen können Batteriespeicher.
Bild: Ist gerade zu viel Strom aus Solarenergie da, wird er im besten Fall gespeichert
Berlin dpa | Bürger und Firmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr fast 600.000 neue [1][Batteriespeicher] installiert. Sowohl die Zahl der Anlagen als auch deren Kapazität ist damit nach neuen Zahlen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) um fast die Hälfte gestiegen. Insgesamt sind damit in der Bundesrepublik nach Hochrechnungen des Verbands 1,8 Millionen Batteriespeicher mit einer Kapazität von etwa 19 Gigawattstunden Strom installiert.
Gemessen an der gesamten [2][Ökostrom]produktion in Deutschland ist das jedoch nicht übermäßig viel. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur erzeugten Wind, Sonne und andere erneuerbare Energien im vergangenen Jahr 255 Terawattstunden Strom – eine Terawattstunde entspricht 1.000 Gigawattstunden. BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig plädierte für einen schnellen Ausbau der Speicherkapazitäten. „Speicher sind das schnellste, günstigste und wirkungsvollste Instrument zur Integration von Solarenergie in den Strommarkt und in das Stromnetz“, sagte Körnig.
Der Löwenanteil der Batteriespeicher in Deutschland wird von Privathaushalten installiert, im vergangenen Jahr waren es laut BSW-Hochrechnung rund 580.000. Im Verhältnis schneller wuchs jedoch die von Firmen neu installierte Speicherkapazität mit einem Plus von 26 Prozent. Die Anzahl der insgesamt in Deutschland installierten gewerblichen Speicher stieg damit nach Angaben des Solarwirtschafts-Verbands um mehr als 60 Prozent auf über 38.000.
Das schnellste Wachstum gab es demnach bei den Großspeichern, das sind Batterien mit einer Kapazität von über einer Megawattstunde Strom. Laut BSW gingen 2024 etwa 100 neue Großspeicher mit einer Kapazität von rund 0,8 Gigawattstunden in Betrieb, eine Verdopplung im Vergleich zu 2023. Die Zahlen basieren auf einer Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur kombiniert mit einer Hochrechnung der erwarteten Nachmeldungen.
31 Jan 2025
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