taz.de -- Indigene in Panama: In Hand- und Fußschellen abgeführt
Nach Protesten gegen die Regierung sind in Panama fünf indigene Anführer verhaftet worden. Sie hatten gegen neue Bauvorhaben und die Rentenreform protestiert.
Bild: Demonstrationen gegen Veränderungen der Sozialabsicherung in Panama City
Mexiko-Stadt/Panama-Stadt epd | Nach Protesten gegen die Regierung sind in Panama fünf indigene Anführer verhaftet worden. Wie die Nachrichtenplattform El Siglo berichtete, stellten sie sich am Donnerstag (Ortszeit) freiwillig den Behörden und wurden daraufhin an Händen und Füßen gefesselt abgeführt.
Hintergrund sind Auseinandersetzungen mit der Polizei in der vergangenen Woche. Dabei wurde eine Beamtin kurzzeitig der Freiheit beraubt. Die Justizbehörden erließen deswegen Haftbefehl gegen die traditionellen Anführer der Gemeinde Arimae in der Provinz Darien. Die Organisation der Emberá- und Wounaan-Indigenen protestierte dagegen, dass die fünf Personen, darunter auch zwei Frauen, in Hand- und Fußschellen abgeführt wurden.
Dies sei unverhältnismäßig, ungerechtfertigt und eine „große Respektlosigkeit gegenüber unseren traditionellen Autoritäten“. Die Indigenen sehen die Verhaftungen als Teil einer systematischen Verfolgung von Regierungskritikern. In Panama protestieren seit über einem Monat Gewerkschaften und Sozialbewegungen mit einem Generalstreik gegen die Regierung von [1][Präsident José Mulino.]
Die Kritik richtet sich unter anderem gegen eine Rentenreform. Auch die [2][geplante Reaktivierung von Bergbau- und Staudammprojekten] stößt auf Widerstand, nicht zuletzt in den indigenen Regionen des zentralamerikanischen Landes.
30 May 2025
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