taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Heldinnische Klänge

Die Heroinen elektronischer Tonkunst sind zurück, inklusive Traumforschung und Schlafkonzert. In der Galiläakirche trifft Filmmusik auf Noise und Impro.

Bild: Klimakrise mit finnischem Twist: Die Performance-Gruppe Oblivia präsentiert ihr neues Stück „Reality Bang“ bei Heroines of Sound

Wenn Sommer ist, wird es nicht bloß heiß, es werden auch musikalische Verdienste gefeiert. Namentlich die von Heroinen elektronischer Tonkunst. Diese ist bis heute männlich dominiert. Das Festival Heroines of Sound würdigt daher die Beiträge von Frauen und nicht binären Personen. Und das gleich in zwei Teilen.

Zum Auftakt am Freitag im ZK/U heißt es erst einmal gute Nacht. Da laden Kirsten Reese und Alice Eldrige von 22 bis 7 Uhr zum „Lullabyte“, einem Schlafkonzert rund um die Frage, wie Musik und Klang die Nachtruhe und das Träumen beeinflussen (4.+5. 7., Informationen zum Festival und Tickets: [1][heroines-of-sound.com]).

Bevor es am Freitag gemütlich wird, bietet sich im [2][Peppi Guggenheim] die Gelegenheit, ein improvisierendes Quartett der besonderen Art zu erleben. Coup Coup featuring Almut Kühne vereint den Gitarristen Daniel Meyer, den Medienkünstler Michele Pedrazzi, die Schlagzeugerin Sofia Borges und die Sängerin Almut Kühne. Eine Mischung aus „Postpunk, Klangkunst und Free Jazz“ verspricht die Band, die praktische Klangforschung mit dem Ziel der Überraschung betreibt (4.7., 20 Uhr, Spende erbeten).

Damit nicht genug der Improvisation. Am Mittwoch treffen in der [3][Galiläakirche] die Pianistin Eunyoung Kim und die Cellistin Okkyung Lee auf den Bassisten Nick Dunston. Alle drei bringen vielerlei Einflüsse mit, von klassischer oder Filmmusik bis Noise. Zu erwarten ist ein Dreiergespräch mit offenem Ausgang. (9.7., 20 Uhr, 15 €).

Noch einmal zurück zu Heroines of Sound. Am Donnerstag geht es im [4][Radialsystem] weiter mit der deutschen Premiere von „Reality Bang“ der Performance-Gruppe Oblivia. Das Musiktheater um den „Urknall der Realität“ in der Klimakrise würzt dieses oft als apokalyptisch erlebte Thema dabei mit Witz (10.–12.7., Informationen und Tickets für Oblivia: [5][radialsystem.de]).

4 Jul 2025

[1] https://www.heroines-of-sound.com/festival-2025/

[2] https://peppi-guggenheim.de/

[3] https://galilaea-kirche.de/event/eunyoung-kim-okkyung-lee-nick-dunston/

[4] https://www.heroines-of-sound.com/festival-2025/program-10-july/

[5] https://www.radialsystem.de/de/festivals/heroines-of-sound-2025/

AUTOREN

Tim Caspar Boehme

TAGS

taz Plan

Sound der Stadt

elektronische Musik

Repräsentation

Jazz

Postpunk

taz Plan

taz Plan

taz Plan

taz Plan

ARTIKEL ZUM THEMA

Konzertempfehlungen für Berlin: Was mit Büchern und was mit Jazz

Mit wildem Jazz soll eine Neuköllner Kneipe gerettet werden. Und auch sonst wird in dieser Woche auf Konzerten wieder viel improvisiert.

Kinotipp der Woche: Grenzenloser Jazz

Die Reihe „Jazz Films in the Summer“ im Bundesplatz-Kino zeigt starke Dokus und Spielfilme, die auch die politische Geschichte des Genres beleuchten.

Neue Musik aus Berlin: Boden – Dancefloor

Das Duo Neuzeitliche Bodenbeläge hat gerade „Neue Kreise“ veröffentlicht. So fluffig, smooth und tanzbar wie bei ihnen klingt deutsche Musik selten.

Neue Musik aus Berlin: Eine Gabe für den König

Auf „A Musical Offering“ vereint das Ensemble Diderot Kompositionen aus dem Spätwerk Johann Sebastian Bachs. Eine Darbietung voll frischer Abfolgen.