taz.de -- Lebenslanges Tabakkaufverbot: Britisches Parlament billigt Gesetz für „rauchfreie Generation“

Laut dem neuen Gesetz dürfen alle ab dem 1. Januar 2009 geborenen Menschen in Großbritannien niemals in ihrem Leben legal Tabak erwerben.

Bild: Zufrieden: Gesundheitsminister Wes Streeting

afp | Die britische Regierung hat die Verabschiedung eines Gesetzes durch das Parlament begrüßt, das den Verkauf von Zigaretten an alle später als im Jahr 2008 geborene Bürger untersagt. Gesundheitsminister [1][Wes Streeting] erklärte am Dienstag, es handele sich um einen „historischen Moment“. Erstmals werde eine „rauchfreie Generation vor einem Leben mit Sucht und gesundheitlichen Schäden bewahrt“. Beide Kammern des Parlaments hatten sich am Montag auf die endgültige Fassung des Gesetzes verständigt.

Die Abgeordneten hatten den Gesetzentwurf Ende März in letzter Lesung mit 366 zu 41 Stimmen angenommen. Nun muss noch [2][König Charles III.] zustimmen, was als Formsache gilt.

Laut dem neuen Gesetz dürfen alle ab dem 1. Januar 2009 geborenen Menschen in dem Land niemals legal Tabak erwerben. Mehreren Medienberichten zufolge ist Großbritannien – nach den Malediven – das [3][zweite Land der Welt], das ein Tabakverbot für ganze Generationen verhängt. Die Malediven hatten im November den Verkauf von Tabakprodukten an alle ab dem 1. Januar 2007 geborenen jungen Menschen verboten.

Rauchverbote in Außenbereichen

Das neue Gesetz in Großbritannien sieht außerdem ein Rauchverbot in bestimmten Außenbereichen vor, darunter Kinderspielplätze oder die Umgebung von Schulen und Krankenhäusern. Hazel Cheeseman, Chefin der Organisation Action on Smoking and Health (ASH), bezeichnete die Gesetzesverabschiedung als „entscheidenden Wendepunkt“ und „nachhaltiges Geschenk für künftige Generationen“.

Die Labour-Partei hatte zuvor bereits den Verkauf der bei Jugendlichen beliebten Einweg-E-Zigaretten verboten. Das Verbot gilt seit dem 1. Juni 2025. Das Rauchen ist in Großbritannien für den Tod von etwa 80.000 Menschen jährlich verantwortlich und für jeden vierten Todesfall durch Krebs.

22 Apr 2026

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