taz.de -- Unser Fenster nach Russland: Kaffee in der Hand und das Imperium im Kopf
Drei Journalistinnen aus Osteuropa sprechen ĂŒber Russland, blinde Flecken im Westen und ihre RealitĂ€t â persönlich, politisch und oft ĂŒberhört.
Beim diesjĂ€hrigen taz lab am 25. April wurde der Podcast âFreie Redeâ der taz panterstiftung live aufgezeichnet. Es war ein GesprĂ€ch am Morgen â und doch ging es um groĂe Fragen: um Osteuropa, um blinde Flecken im Westen und um die politischen Dimensionen scheinbar alltĂ€glicher Perspektiven.
Zu Gast waren drei Journalistinnen aus Ukraine, Moldau und Georgien. Was sie verbindet, ist nicht nur ihre Herkunft, sondern auch eine gemeinsame Erfahrung â und Freundschaft.
Mila CorlÄteanu arbeitet als freie Journalistin und Projektmanagerin bei [1][n-ost]. Anastasia Rodi ist Journalistin und Doktorandin an der Humboldt-UniversitĂ€t. Tamuna Iluridze ist als Journalistin und politische Bildnerin tĂ€tig. Gemeinsam mit Moderator Tigran Petrosyan sprechen sie ĂŒber die Entwicklungen in ihren HeimatlĂ€ndern und ĂŒber deren VerhĂ€ltnis zu Russland.
Es sind Perspektiven, die im westlichen Diskurs oft untergehen. Die drei GĂ€ste kennen den russischen Imperialismus nicht aus theoretischen Abhandlungen, sondern aus gelebter RealitĂ€t. Ihre LĂ€nder stehen seit Jahren unter politischem Druck â mit direkten und indirekten Auswirkungen auf Gesellschaft, Medien und Alltag.
Postkoloniale Perspektiven in der deutschen Debatte
In ihrer Arbeit versuchen sie, diese Erfahrungen sichtbar zu machen: in journalistischen Formaten, im Bildungsbereich, in politischen Debatten. Es geht ihnen darum, postkoloniale Perspektiven einzubringen â und damit auch die gĂ€ngigen ErzĂ€hlungen ĂŒber âOsteuropaâ zu hinterfragen.
Doch das stöĂt nicht selten auf Widerstand. Im Westen begegnen ihnen hĂ€ufig Ignoranz oder eine gewisse ErmĂŒdung gegenĂŒber den Themen der Region. Gleichzeitig halten sich alte Narrative hartnĂ€ckig â vereinfachte Bilder, die komplexe RealitĂ€ten ausblenden.
[2][Osteuropa gehört zu den Schwerpunkten der taz panterstiftung], die dorthin blickt, wo der Zugang zu Informationen immer schwieriger wird â Russland und Belarus gehören dazu. Am letzten Tag im Monat erscheint eine neue Podcastfolge von âUnser Fenster nach u. a. Russland/Belarusâ im Podcastformat âFreie Redeâ der [3][taz panterstiftung].
30 Apr 2026
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