Wie man einen Gemini-Server selbst betreibt
Vorüberlegung: Das Gemini-Protokoll wurde entworfen mit einem Fokus auf Ressourcenschonung. Daher liegt es nahe, einen Server auf einem stromsparenden Gerät zu betreiben, wie z.B. einem Raspberry Zero oder Pi. Alternativ auf einem MacBook (am besten eines mit Apple Silicon, aber auch ein alter Rechner mit stromsparendem Intel unter Linux ist nachhaltig) - oder einem anderen Laptop, der im Betrieb nicht heiß und laut wird. Alte Hardware weiternutzen, stromsparende Architekturen bevorzugen, heißt die Devise.
Mein Rechner für dieses Experiment ist ein Macbook Air von 2013, mit SSD und Dual-Core Prozessor eigentlich völlig überdimensioniert. Darauf habe ich ElementaryOS in der aktuellen Version installiert, da ich noch nicht bereit bin, ganz vom Mac-Feeling abzurücken:
Anleitungen
Tatsächlich laufen alle Serverprogramme für Gemini unter Linux oder anderen Unix-artigen Systemen (daher auch die Empfehlung eines MacBooks unter MacOS). Ich habe meinen ersten Server mit
aufgesetzt. Meine erste Erfahrung damit: es klappt ganz gut, wenn man sich an diese Anleitung hält:
Wichtig ist die Portweiterleitung des Gemini-Ports 1965 auf den Rechner mit dem agate-Server.
Dynamische Adresse
Zusätzlich habe ich mit bei einem DynDNS-Dienst registriert, damit mein Gemini-Server auch unter einer statischen Adresse von außen erreichbar ist. Eine Suche nach DynDNS ergibt kostenlose wie auch kostenpflichtige Angebote en masse. Bei Nutzung einer Fritzbox empfiehlt sich ein kurzer Blick in deren Konfigurationsoberfläche, da dort bereits einige große Anbieter hinterlegt sind und die Einrichtung hiermit besonders einfach geht.(Bereich "Internet - Freigaben")
Update am 18.1.2026
Mittlerweile ist der Pi Zero 2W angekommen. Ich erhoffe mir einen wesentloch verringerten Stromverbrauch (die meiste Zeit wird er ja idlen... und braucht dann zwischen 1-2W).
Der erste Versuch war, mit einer 8GB SD-Karte das passende Pi-OS zu installieren. Mit allem drum und dran - es passte. Auch agate lief darauf tadellos und flink. Doch immer wieder kam es vor, dass der Pi seine WLAN-Verbindung verlor, und es blieb mir immer nur der "Hard-Reset", also Stecker raus.
Ein Tipp: die deutsche Lokalisation fehlt. Nachrüsten flink mit
So sollte es dann auch mit den Umlauten klappen!
Update am 21.1.2026
Leider hat sich meinM linux auf dem Pi verabschiedet - auch nach Neustart wollte er nicht mehr hochfahren. Immerhin weiss ich jetzt besser Bescheid, wie die Installation des agate-Servers geht, und die Texte konnte ich ja trotzdem von der SD-Karte kopieren.
Meine Routine sieht also vor:
- Installation von Pi-OS "Bookworm" ohne GUI ("nur" 470 MB),
- deutsche Lokalisation aktivieren (siehe oben)
- agate installieren für Gemini-Protokoll nach Anleitung (siehe oben)
- agate bei systemd einbinden. Anleitung hierzu:
- gophernicus installieren für Gopher Protokoll. Nach dieser Anleitung hat es für mich Linux-Laien gut geklappt: